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9.2 Geoglifos de Pintados

Die Nebenstraße A-700 biegt wenige km südlich der Pampa de Tamarugal von der Panamericana nach Westen zur Parkeinfahrt der Geoglifos de Pintados ab. Im Park können auf einer kurzen Rundstrecke ca. 335 Geoglyphen, atacamenische Kunstwerke aus Lockergestein, besichtigt werden (Abb. 9.2.1).

 

Abbildung 9.2.1

Abb.9.2.1: Einige der etwa 5000 Geoglyphen, die im Längstal dokumentiert sind. Monumento Nacional Petroglifos de Pintados. Foto: N. Martin

 

In den vergangenen 30 Jahren wurden >5000 Geoglyphen in der Atacama katalogisiert. Sie erstrecken sich über eine Region von 150.000 km2 im Längstal (Briones, 2006). Die Geoglyphen der Atacama gehen auf mehrere südamerikanische Kulturen, einschließlich Tiwanaku und Inka, zwischen 600 und 1500 n. Chr. zurück.  Einige liegen isoliert, andere in Gruppen mit bis zu 50 Elementen (Abb. 9.2.2), jedoch immer entlang der prähispanischen  Llamakarawanenwege, welche die Küstensiedlungen mit dem Altiplanoraum verbanden (Briones, 2006).

 

Abbildung 9.2.2

Abb.9.2.2: Darstellung von geometrischen-, anthropomorphen- und zoomorphen Strukturen in Geoglyphen. Zahlreiche Geoglyphen werden in Gruppen dargestellt, die bis zu 50 Zeichnungen enthalten können. Gut zu erkennen ist der helle Untergrund, der durch die Entfernung des dunkleren Wüstensandes zum Vorschein kommt. Monumento Nacionál Petróglifos de Pintados. Foto: N.Martin

 

Die am häufigsten verwendete extractive Konstruktionsmethode beinhaltet die Entfernung des dunklen Wüstensands, so dass der hellere Untergrund zum Vorschein kommt. Für die additive Variante wurden Steine oder andere natürliche Materialen sortiert und sorgfältig platziert; die Kombination beider Arten wird  mixed method genannt (Briones, 2006).

Die Geoglyphen bilden je etwa zu einem Drittel geometrische Figuren, anthropomorphe Strukturen oder zoomorphe Themen ab. Geoglyphen hatten vermutlich  symbolische und rituelle Zwecke. Sie spielten zudem eine Rolle im Transportnetzwerk der großen südamerikanischen Kulturen und könnten Hinweise über den richtigen Weg oder zu Quellen darstellen (Briones, 2006).

Aufgrund des geringen Grades der chemischen Verwitterung sind die Geoglyphen verbreitet in gutem Zustand erhalten.

 

Abbildung 9.2.3

Abb. 9.2.4: Aufgelassener Friedhof neben einer ehemaligen Nitratmine.

 

 

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