9.1 Pampa del Tamarugal

Die Reserva Nacional Pampa del Tamarugal liegt etwa 50 km östlich von Iquique und wird von der Ruta 5 (Panamericana) durchschnitten Dieses weite, durch Pisten und Seitenstraßen gut zugängliche offene Oasengebiet erstreckt sich mit Unterbrechungen im Längstal auf etwa 1000 m Höhe von 19°40’S bis 20°40’S. Ihr südlicher Teil beginnt etwa 17 km südlich von Pozo Almonte.

 

Abbildung 9.1.1

Abb.9.1.1: Tamarugos der Reserva Nacional Pampa Del Tamarugal. Der Tamarugo ist durch ein  tiefreichendes Wurzelsystem an Trockenheit sowie salziges und niedriges Grundwasser angepasst.  Foto: B. Kallenberg

 

Obwohl die Pampa del Tamarugal mit einem jährlichen Niederschlag von 0 mm/a (Rojas und Dassargues, 2007) eines der trockensten Gebiete der Welt ist, beinhaltet diese Region ausgedehnte Wälder, die vor der hispanischen Besiedelung etwa 300.000 Hektar umfasste. Durch industriell betriebenen Holzeinschlag seitens der Salpeterminen im 19. Jahrhundert wurden diese bis 1965 auf nur noch ca. 6.800 Hektar reduziert. Ein umfangreiches Aufforstungsprogramm und die Einrichtung eines zweiteiligen Nationalparks vermochte es, den Bestand wieder auf etwa 30.000 Hektar zu erweitern (Abb. 9.1.1; Zelada, 1986).

Tamarugo gehört zur Familie der Leguminosae (Schmetterlingsblütler), Subfamilie Mimosengewächse, Gattung Prosopis, welche nahezu pantropisch verbreitet ist (Pasiecznik und Serra, 1999). Die Bäume (Abb. 9.1.2) haben erdnussartige proteinreiche Schotenfrüchte, die überwiegend als Tierfutter verwendet werden (Mooney et al., 1980). Der Tamarugo wächst langsam und wird bis zu 150 Jahre alt. Prosopis tamarugo ist in Südamerika monotypisch und repräsentiert, zusammen mit Prosopis chilensis, die einzige bekannte Baumart, die dort auf den salinen Böden und im hyperariden Klima gedeiht. In Nordchile bildet der Tamarugo eine grundwasserabhängige Oasen-Vegetation und Grundlage für ein spezifisches Ökosystem (Abb. 9.1.3).

Die Wasseraufnahme von Tamarugos geschieht einerseits über ein weit verzweigtes Wurzelsystem, welches das Grundwasser in bis zu 15 m Tiefe erreicht, andererseits über Flachwurzeln, welches Kondenswasser unter dem Schattenbereich aufnimmt. Der Stamm ist dagegen meist kurz und erreicht nur einige m in Höhe (Pasiecznik und Serra, 1999).

Die Pampa del Tamarugal bildet Teil des Quillagua-Llamara Sedimentbeckens (Rojas und Dessargues, 2007). Die miozäne Quillagua Formation besteht aus Mergeln, Silt- und Sandsteinen, Diatomiten sowie Konglomeraten (Houston et al., 2008) und repräsentiert ein abflussloses Gebiet von Sümpfen und Endseen (Pisera und Saez, 2003). Große alluviale Fächer begannen ab Ende Miozän über die Seesedimente zu progradieren, unterbrochen durch geringmächtige Evaporite der pliozänen Soledad Formation (Rojas und Dessargues, 2007; Houston et al., 2008). Die heutige Oberfläche des Beckens besitzt das leicht gewellte Relief einer Salzwüste aus harten, salzigen Krusten (Zelada, 1986). Oberflächensedimente zeigen verbreitet Aufbruchsstrukturen und deuten auf aufsteigendes Grundwasser und oberflächennahe Krustenbildung hin.

 

Abbildung 9.1.2

Abb.9.1.2: Echsen bilden einen Teil des spezifischen Ökosystems und gehören zu den vielen Bewohner der Pampa. Foto: N. Martin

 

 

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