8.1 Aussichtspunkt am Knickpunkt des Kliffs über Iquique

 

Abbildung 8.1.1

Abb. 8.1.1: Ausblick vom Kliff auf den Cerro Dragon und die Stadt Iquique. Blick nach Nordwest. Foto: C.V. Ullmann

 

Zum ausgeschilderten Aussichtspunkt („Mirador“) an der Abbruchkante des Kliffs zwischen den getrennten (auf- bzw. abführenden) Zweigen der jeweils doppelspurigen Hauptstraße führt eine kurze unbefestigte Straße, welche in beiden Richtungen recht unvermittelt von der Ruta A-616 abzweigt. Von hier aus sind der gesamte Cerro Dragon und die Stadt zu überblicken (Abb. 8.1.1).

Abbildung 8.1.2 Der am Fuß des Steilabbruchs sich aufbauende Cerro Dragon ist eine Küstendüne von etwa vier Kilometern Länge, deren maximale Höhe 220 m beträgt (Castro, 2005). Sie liegt verdankt ihre Existenz den meist südwestlichen anlandigen Winden (Castro, 2004), die an der steilen, etwa 500 m hohen Küstenkordillere abgebremst werden und so ihre Sedimentfracht verlieren. Zwischen Düne und dem mio- bis pliozän gebildeten Steilanstieg zur Küstenkordillere kommt es zur Ausbildung einer Windwalze, die eine Versteilung der Düne von Osten her bewirkt (Abb. 8.1.3).

 

Die Düne wird als Reliktform der letzten Vereisung, die ihr Maximum vor ca.18 ka erreichte, angesehen (Paskoff et al., 1998). Der damals um ca. 100 m abgesenkte Meeresspiegel legte eine pliozäne Küstenterrasse von etwa 10 Kilometern Breite frei (Abb. 8.1.2),aus der Lockersedimente ausgeblasen wurden. Seine heutige Form erhielt der Cerro Dragon vor etwa 6000 Jahren. Die Seif-Düne befindet sich derzeit wahrscheinlich in einem dynamischen Gleichgewicht, welches rezent durch anthropogene Aktivitäten erheblich gestört wird. So ist es nicht verboten, die Düne zu befahren; in flachen Bereichen der Düne werden wilde Schuttabladeplätze angelegt; Neubausiedlungen reichen unmittelbar bis an den Fuß der Düne heran (Abb. 8.1.4).

Abb. 8.1.2: Strukturelle Großeinheiten um den Südteil Iquiques. Abbildung verändert nach Castro, 2005.

 

Die Schrägschichtungskörper fallen mit etwa 30 bis 35° ein, was dem kritischen Winkel für trockenen Sand entspricht. Der litharenitische Sand besteht etwa zu 50 % aus Bioklasten, zu ~30 % aus Lithoklasten und zu ~20 % aus Quarz und Feldspat. Seine mittlere Korngröße liegt bei 0,2 mm (Paskoff et al., 1998). Körner sind moderat bis gut gerundet; der Sand ist sehr gut sortiert.

Abbildung 8.1.3

Abb. 8.1.3: Profilschnitt durch den Nordteil des Cerro Dragon.

 

Abbildung 8.1.4

Abb. 8.1.4: Das Neubaugebiet am Nordhang der Düne (rechts unten) stört deren dynamisches Gleichgewicht. Blick nach Süden. Foto: C.V. Ullmann

 

 

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