8 Geologie und Bergbau in der Umgebung von Iquique

Maike Gröschke & Clemens V. Ullmann

Ein Tag in Iquique und seiner Umgebung bot Gelegenheit, uns über die ehemals wirtschaftlich bedeutenden Salpeterabbaugebiete im Hinterland zu informieren und ließ uns Zeit, nachmittags und abends individuell oder in Kleingruppen je nach Neigung die historische Altstadt zu erkunden, die Düne des Cerro Dragon zu besteigen, den Gruppenstress an einem der Badestrände von sich abfallen zu lassen, oder Paragliding zu üben.

 

Abbildung 8.1

Abb. 8.1: Blick vom Mirador am Küstencliff. Iquique liegt vor einem steilen Hang aus geringmächtigen Hangsedimenten, die jurassiche Vulkanite der La Negra Formacion überdecken. Die Blickrichtung ist nach Nordwest. Foto: C.V. Ullmann

 

Iquique wurde Mitte des 16. Jahrhunderts gegründet, nachdem nahebei Silbervorkommen entdeckt worden waren. Den Aufstieg zum bedeutenden Hafen erlebte die Stadt jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts durch den Salpeterhandel. Sonderrechte ermöglichen Bolivien die Nutzung des Hafens als Zugang zum Meer. Seit 1975 hat Iquique die größte Freihandelszone Südamerikas (Zona Franca, Zofri), die ihr nach dem Ende des Nitratbooms zu neuem wirtschaftlichen Aufschwung verhalf, deren Bedeutung jedoch gegenwärtig abnimmt. Iquique hat ca. 165000 Einwohner und ist die Gebietshauptstadt der Region Tarapaca (I Region). Neben ihrer administrativen Rolle stellt die Stadt wegen ihrer ausgedehnten Strände (eine Seltenheit an der felsigen Nordküste Chiles) einen bedeutenden Badeort, insbesondere für argentinische Urlauber, dar.

Wegen des lokal breiten Küstenstreifen ist die Topographie der Alt- und Innenstadt (Abb. 8.1) vorwiegend eben. Dadurch konnte sich die Stadt nicht nur in Nord-Süd-, sondern auch in Ost-West Richtung ausdehnen und bildet so städtebaulich ein geringeres geometrisches Extrem als Antofagasta (Abb. 8.2).

 

Abbildung 8.2

Abb. 8.2: Der Küstenstreifen von Iquique ist wesentlich breiter als der von Antofagasta. So kann sich die Stadt auch in West-Ost Richtung ausdehnen (links). Der Stadtkern von Iquique (rechts) bildet das kulturelle und administrative Zentrum der Stadt.

 

 

mehr >>>