5.1 Küstenaufschluss der Playa Coloso

Die kretazischen (?) Konglomerate der basalen El Way Formation sind an den Stränden südlich von Antofagasta (beginnend mit Playa Los Gringos) entlang der Ruta 1 durchgehend in der Brandungsplattform aufgeschlossen (Flint et al., 1986). Wir studierten eingehender einen Aufschluss wenige 100 m südlich der Abzweigung der B-510 von der Ruta 1; von dort erstrecken sich die Aufschlüsse im Entwässerungsbereich der Quebrada El Way ins Hinterland.

Abbildung 5.1.1

Abb. 5.1.1: Übergroßes Geröll von Felsgröße in den Hangschuttablagerungen der basalen El-Way Formation. Küstenaufschluss südlich von Antofagasta. Foto: C. Heubeck.

 

Die größtenteils klastengestützten Konglomerate weisen eine deutliche Schichtung im dm-Maßstab auf, die trotz schlechter Sortierung durch den schwankenden, aber generell niedrigen Matrixgehalt hauptsächlich durch die Klastengrößenvariation definiert wird (Abb. 5.1.1). Die Klasten bestehen ausschließlich aus intermediären intrusiven und vulkanischen Gesteinen der La-Negra-Provenanz. Sie variieren in ihrer Größe zwischen etwa 0,5 und 50 cm, sind schlecht gerundet und weisen teilweise Dachziegellagerung auf (Abb. 5.1.2).

Die große Klastengröße sowie die schlechte Rundung und schlechte Sortierung lassen auf einen kurzen Transportweg schließen. Ebenso deutet die kompositionelle Zusammensetzung darauf hin, dass die Klasten Abtragungsprodukte des jurassischen magmatischen Bogens darstellen, die durch kurzzeitige, hochenergetische Events (z.B. in Form von debris flows) zur Sedimentation kam. Das Fehlen der Feinkornfraktion kann entweder daran liegen, dass diese in steilen Ablagerungflächen primär fehlte (scree deposits) oder nachträglich ausgewaschen wurde. Die Orientierung der Klasten lässt erkennen, dass die Gerölle aus südwestlicher Richtung (heutiger Schelf !) antransportiert wurden.

Nach Flint et al. (1986), Flint und Turner (1988) und Rössling (1989) stellen die Konglomerate die proximale Fazies in der Füllung des Coloso-Beckens dar, eines kleinen und schmalen, NW-SE orientierten, verwerfungsbegrenzten Halbbeckens im jurassisch-magmatischen Bogen, dessen Basis durch das jurassische Basement (La Negra Formation) gebildet wird und welches bis zu 2300 m Mächtigkeit erreicht.

Aufgrund der gelegentlichen Einwirkung der Brandung ist  der Aufschluss frisch und durchgehend. Somit bietet dieser morgendliche Aufschluss eine gute Grundlage zur Erkundung des sich weiter ins Hinterland ziehenden Coloso-Beckens, welches in den beiden folgenden Aufschlüssen näher beschrieben wird.

 

Abbildung 5.1.2

Abb. 5.1.2: Dachziegellagerung von Geröllen in matrixarmen „scree deposits“ nahe der Basis der El Way Formation des Coloso Intra-Arc Beckens. Foto: D. Müller.

 

 

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