Warum nach Südafrika ?

Hauptlehrziel der Exkursion war die Entstehung und der Aufbau von Kontinenten, eine nur von der Erde bekannte planetare Besonderheit.

Kontinente sind zur Entstehung und Stabilisierung des Lebens aus mehreren Gründen unabdingbar: Schelfe dienen als als Ökosysteme und Karbonatfabriken, Kontinente als Verwitterungsflächen, welche die Atmosphäre und die terrestrische Strahlungsbilanz modifiziert. Ohne Kontinente kein dauerhaftes Leben.

Durch die Exkursion lernten wir die Prozesse, die zur ursprünglichen Kontinentbildung auf der Erde beitrugen, am Beispiel eines der ältesten kontinentalen Kerne, dem inzwischen tief erodierten und gut aufgeschlossenen Kapvaal-Kraton im nördlichen Südafrika, kennen. Der Kapvaal Kraton bietet im Wesentlichen vier weltberühmte geologische Attraktionen:

  • Sein Fundament, zusammengesetzt aus einigen der weltältesten Vulkanite und Sedimentgesteine;
  • das undeformierte und z.T. goldmineralisierte Deckgebirge, darunter die berühmte Witwatersrand-Gruppe;
  • die weltgrößte Intrusion, der sogenannte Bushveld-Komplex, mit weitaushaltenden Lagen von Platingruppen-Metallen, Chromit- und Eisen-/Vanadiumerzen; und
  • die Vredefort-Impaktstruktur, ein großer und tief erodierter Meteoritenkrater, dessen Ränder tiefe Querschnitte in die mittlere Erdkruste erlauben.

Alle vier Strukturen trugen ihren spezifischen Teil zum Aufbau und zur Zusammensetzung dieses Minikontinents bei und sind in Südafrika typbildend aufgeschlossen. Sie wurden auf der Exkursion jeweils mehrtägig „begangen“.

Die Exkursion hatte zwar einen Fokus auf „akademischen“, grundlagenorientierten Prozessen, betonte aber durch Besuche in mehreren Minen und bei einer Firma der Materialanalytik auch ingenieurtechnische und wirtschaftliche Aspekte der Lagerstättenkunde, des Bergbaus und der Werkstoffkunde, die in Berlin nur unzureichend vermittelt werden können.

Neben der interdisziplinären fachlichen Ausbildung vernachlässigten wir nur wenig die landeskundlichen und kulturellen Aspekte. Dazu planten wir einen eintägigen Besuch im Krüger-Nationalpark und jeweils halbtägige Besuche in der anthropologischen World Heritage Site „Cradle of Humankind“ und dem berühmten Apartheid-Museum Johannesburg, konnten aber aus Zeitgründen nur den ersten Programmpunkt realisieren.

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