4 Mejillones Peninsula

Nikolas Martin & Clemens Vinzenz Ullmann

 

Die Geologie der wenige km nördlich vor Antofagasta in den Pazifik ragenden Halbinsel Mejillones (Abb.4.1) bietet eindrucksvolle Einblicke in kristallines Basement, rezente Hebungstektonik des Plattenrandes und Ablagerungen in einer marinen Auftriebszone.

 

Die Mejillones-Halbinsel liegt westlich einer aktiven Verwerfungszone, für die ein Vertikalversatz von bis zu 20 km vermutet wird (Baeza und Pichowiak, 1988). Ihre Heraushebung begann im Miozän und Pliozän vor etwa 7 Ma. Beim Erdbeben von 1995 (Mb ~ 8.5) wurde die Halbinsel um etwa 80 cm westwärts versetzt. Die relative Heraushebung der Halbinsel ist wahrscheinlich auf die Subduktion eines etwa 1000m hohen aseismischen Höhenzug der ozeanischen Nazca-Platte zurückzuführen, die auch eine westwärtige Ausbuchtung der küstennahen, ca. 1100 km langen, sinistralen Atacama Fault Zone (AFZ) verursacht (Chorowicz et al., 1996; Sallares and Ranero, 2005; Ranero et al., 2006). Die Halbinsel wird von verschiedenen, der AFZ zuzuordnenden Blattverschiebungen und Abschiebungen durchzogen (Abb. 4.2), entlang derer sich große alluviale Fächer bilden.

Die Halbinsel Mejillones ist für das nahegelegene Antofagasta von großer topographischer und historischer Bedeutung. Sie schützt Antofagasta zumindest teilweise vor verheerenden Tsunamis und bildete in historischer Sicht den entscheidenden Wettbewerbsvorteil dieser Stadt gegenüber den wiederholt zerstörten Konkurrenten Cojiba, Tocopilla, Iquique und Arica.

 

Abbildung 4.1

Abb. 4.1: Vereinfachte geologische Karte der Halbinsel Mejillones mit Stopps 4.1-4.9. Verändert nach Cortés et al., 2007.

 

Abbildung 4.2

Abb. 4.2: Bedeutende Störungen im Gebiet der Mejillones- Halbinsel, verändert nach Cortés et al., 2007.

 

 

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