14.1 Die Westkordillere und der Vulkan Licancabur

 

Etwa 38 km östlich von San Pedro de Atacama , auf ca. 4100 m Höhe, erreicht  Route 27 die Westkordillere, einen relativ schmalen (ca. 40 km breiten) Streifen von spättertiär-quartären Stratovulkankegeln, die der westlichen Kante des Altiplano aufgesetzt sind. Von dort bietet sich ein (auch wörtlich) atemberaubender Blick entlang der Kette von schneebedeckten Vulkanen, zunächst nördlich der Straße auf den formschönen Vulkan Licancabur (5920m). Dieser brach letztmalig vor etwa 10000 Jahren aus (Fike et al., 2002). Der Vulkan bildet eine natürliche Grenze zwischen Bolivien und Chile, wobei die Besteigung nur von bolivianischer Seite aus möglich ist, da die chilenische Seite noch vermint ist. Im Krater des Vulkans befindet sich der höchstgelegene See der Welt. Er weist trotz extremer Temperaturschwankungen Lebensformen auf und wurde als Analog zu Lebensbedingungen auf dem Mars von  NASA-Forschern untersucht.

Abb. 14.1.1: Blick in Richtung Nord-Nordost auf den quartären Kegel des Stratovulkan Licancabur. Foto: C. Heubeck

Am Haltepunkt fällt - im starken Gegensatz zur nahezu vegetationsfreien Umgebung San Pedros - die dichte Gras- und Tola-Strauchvegetation und etwas frischer Schnee vom Vortag ins Auge (Abb. 14.1.1).  Ein ausgeprägter Klima- und Vegetationswandel ist typisch für die weitgehend vulkanisch geprägte Westabdachung.

 

 

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