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Machbarkeitsstudie CarbonThink - Kreislaufschließung bei organischen Abfällen und Speicherung von Kohlenstoff

Die Freie Universität Berlin erzeugt im täglichen Betrieb eine große Menge an biogenen Reststoffen. Dazu zählen Grünschnittabfälle wie Rasenschnitt, Laub und holzige Biomasse aus der Grünanlagenpflege sowie medikamentenbelasteter Festmist aus den veterinärmedizinischen Instituten. Diese werden derzeit von externen Firmen als Abfälle entsorgt, mit hohen finanziellen Aufwand und teilweise ungewissen ökologischen Auswirkungen.  
Um die Entsorgung und Eigenverwertung in ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht zu verbessern, wurde die Möglichkeit einer Verwertung der anfallenden Biomassen zu Pflanzenkohle und Pflanzenkohlesubstraten untersucht.  
Die Herstellung von Pflanzenkohle eröffnet einen einfachen Weg um atmosphärisches CO2 über die pflanzliche Biomasse in eine stabile Lagerform zu konvertieren. In diesem Prozess wird neben qualitativ hochwertiger Pflanzenkohle Energie in Form von Wärme bereitgestellt, die für die Beheizung von Gebäuden genutzt werden kann.
Als Standort für eine Karbonisierungsanlage wurden der Standort Düppel und der Botani-sche Garten ausgewählt. Die Analyse ergab, dass in Düppel fast die gesamte Festmistmenge (1.500 Tonnen) zu Pflanzenkohle umgewandelt werden kann. Zusätzlich steht Holz aus dem Bezirk zur Verfügung, was über eine Kooperation mit dem Grünflächenamt Steglitz-Zehlendorf an beiden Standorten genutzt werden kann.  
Der Betrieb einer Pyrolyseanlage je Standort könnte jeweils bis zu 5.000 h/a Wärme für die Nahwärmenetze in Düppel und im BG effizient bereitstellen und ca. 45 % des Gasverbrauchs in Düppel und ca. 25 % der Fernwärme im BG einsparen. Insgesamt könnten damit fast 3000 Tonnen der bisher emittierten CO2eq eingespart bzw. ausgeglichen werden. Den größten Anteil daran hat die hergestellte Pflanzenkohle, die über die Fixierung des Kohlen-stoffes für ca. 70 % der Einsparungen verantwortlich ist.  
Eine erste Kostenkalkulation zeigt, dass die Pyrolyse an beiden Standorten ein Überschuss von ca. 90.000 – 130.000 € pro Jahr möglich ist. Die dargestellten Überschüsse weisen darauf hin, dass bei Implementierung der Pflanzenkohletechnologie für jede Tonne CO2eq die eingespart wird, ein Überschuss von bis zu 30 € pro Tonne verwertete Biomasse erzielt werden kann. Demnach ist die Aufbereitung und Karbonisierung sowohl nach eingesparten CO2eq als auch nach Kosten eine gewinnbringende Maßnahme.

Den Endbericht können Sie demnächst hier downloaden.