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Abschlussveranstaltung von ATLAS-ENGAGE: Von Forschungsergebnissen und Praxiseinblicken

News vom 20.09.2023

Am 14.09.2023 fand die Abschlussveranstaltung des Projekts ATLAS-ENGAGE „Atlas des zivilgesellschaftlichen Engagements im Bevölkerungsschutz - Gesellschaftliche Veränderungen und Einbindung in Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“ mit etwa 80 Teilnehmenden aus Einsatzorganisationen, Behörden unterschiedlicher Ebenen, Zivilgesellschaft und Wissenschaft statt.

Nach einer Begrüßung und Kontextualisierung des Projekts durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, skizzierte Professor Martin Voss komplexe gesellschaftliche Bedingungen, die den Bevölkerungsschutz allgemein – sowie insbesondere das Feld des Engagements – herausfordern, sich anzupassen und zukunftsorientiert auszurichten.

Im ersten Themenblock stellte Theresa Zimmermann die Ergebnisse einer gesellschaftlichen Trendbetrachtung zu (möglichen) Veränderungen und Auswirkungen auf das Engagement in Krisen, insbesondere das organisationsgebundene Ehrenamt, vor. Dabei ging sie sowohl auf Veränderungen in der Schutzarchitektur als auch auf Megatrends wie 1) Bevölkerungsentwicklung und demographischer Wandel, 2) Klimawandel, Umwelt und Nachhaltigkeit, 3) Innovation und Konnektivität, 4) Arbeit, Bildung und Wissen, 5) Lebensstile, Werte und Motivation sowie 6) Globalisierung, Governance und Wirtschaft ein. Auch sich wandelnde Gefahrenlagen müssen berücksichtigt werden – denn beispielsweise langanhaltende, parallele, komplexe und großflächige Einsatzlagen stellen ganz besondere und hohe Anforderungen an ehrenamtliche Einsatzkräfte und ihre Kapazitäten.

© Katastrophenforschungsstelle 2023

Im zweiten Block erläuterte Sara T. Merkes die Ergebnisse einer Metaanalyse von 70 nationalen und internationalen Forschungsprojekten zu Krisenengagement und von etwa 330 praktischen Ansätzen zu Engagement in Bevölkerungsschutzkontexten.

© Katastrophenforschungsstelle 2023

Aufbauend auf den zusammengeführten Erkenntnissen der Metaanalyse wurden eine in ATLAS-ENGAGE entwickelte Typologie und Steckbriefe zu Beteiligungsformen in Krisen und Katastrophen vorgestellt. Dabei ging es auch um Kriterien für Kooperationsvoraussetzungen. Die Typologie, die Steckbriefe sowie die zusammengetragenen Kooperationsvoraussetzungen haben das Ziel, Behörden und Organisationen im Bevölkerungsschutz (BOB) eine konkrete Basis für die Entwicklung von Strategien zum Umgang mit vielfältigen Formen des Engagements in der Bewältigung von Krisen und Katastrophen zu bieten.

Die Ergebnisse einer Umfrage verdeutlichen, dass Einsatz- und Verwaltungskräfte im Katastrophen- und Zivilschutz Berührung mit vielfältigen Formen von Engagement außerhalb von Behörden und Organisationen im Bevölkerungsschutz haben.

© Katastrophenforschungsstelle 2023

In einem weiteren Themenblock stellte das Deutsche Rote Kreuz einen Praxisleitfaden zum Umgang mit unterschiedlichen Engagementformen im DRK vor und ging auf Engagementmöglichkeiten entlang der zuvor vorgestellten Typologie aus ATLAS-ENGAGE ein.

Zum Abschluss fasste Theresa Zimmermann die basierend auf den Projektergebnissen entwickelten Handlungsempfehlungen zusammen und erläuterte mögliche Strategien entlang von übergreifender Kooperation, Integration, Vernetzung und Kommunikation zum Umgang mit Engagierten außerhalb von Behörden und Organisationen im Bevölkerungsschutz.

Die Projektergebnisse werden in den kommenden Monaten hier veröffentlicht.

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