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Stadtböden Berlin – C-Speicher der Zukunft? (CarbonStoreAge)

Das Projekt CarbonStoreAge soll das Potential für die Anwendung von Pflanzenkohle (PK) zur Speicherung von Kohlenstoff in Stadtböden prüfen und für Berlin eine Möglichkeit zum Ausbau der Kohlenstoffsenke Boden im Rahmen der Strategie gegen den Klimawandel bei Nutzung der Negativ-Emissionstechnologie PyCCS (Pyrogenic Carbon Capture & Storage) erschließen.

Im Projekt CarbonStoreAge wird die Herstellung und Anwendung von Pflanzenkohle zur Anreicherung von Kohlenstoff in Böden, bei gleichzeitiger Verbesserung der Standorteigenschaften, und die Stärkung klimarelevanter Stoffkreisläufe durch CO2-negative Ressourcennutzung untersucht.

Dabei werden folgende Schwerpunkte gesetzt:

  1. Prüfung der Eignung von Böden ehemaliger Rieselfelder (landwirtschaftlich genutzt und Brachflächen) und Böden Berliner Grünflächen (Parks) für eine C-Speicherung mit Pflanzenkohle (PK) und Potentialanalyse für Berlin
  2. Prüfung der Eignung von Pflanzenkohle als Zuschlagstoff in Baumsubstrat für Straßenbaumpflanzungen
  3. Nutzungsmöglichkeiten von Rest- und Energieholz zur Herstellung von PK und Wärme im Bezirk Pankow (Stärkung klimarelevanter Stoffkreisläufe durch CO2-negative Ressourcennutzung)
  4. Potentialbetrachtung der Herstellung von Pflanzenkohle in Berlin und des Aufbaus von weiteren C-Senken

Grundlage dafür ist die Untersuchung der Wirkung von PK in verschiedenen Böden/Nutzungstypen u. a. hinsichtlich Humusaufbau, Schadstoffimmobilisierung (speziell Rieselfelder) und Pflanzenwachstum. Die aktuelle C- Speicherung der Versuchsflächen wird betrachtet und die Steigerung durch Pflanzenkohleeintrag berechnet und auf weitere Flächen von Berlin übertragen. Die Übertragung soll auf der Grundlage der Daten von NatKoS 1 erfolgen.

Des Weiteren wird untersucht welche Biomassepotentiale Berlin bereit hält, um Pflanzenkohle herzustellen und in welche Bereiche Pflanzenkohle eingesetzt werden könnte und welche Effekte diese Nutzung hervorbringen würde. Hier werden die Daten der aktuellen Berliner Stoffstrom-, Klimagas- und Umweltbilanz 2 verwendet. Für den Bezirk Pankow wird näher auf die pflanzlichen Reststoffe der Grünflächenpflege und der jetzigen Verwertung durch eine konventionelle Kompostierung eingegangen. Das Ziel der Implementierung der Technologie in Pankow verfolgt einen integrativen Ansatz zur Schließung von Energie- und Stoffkreisläufen. Für einen Standort einer Pyrolyseanlage mit Wärmeauskopplung werden verschiedene Möglichkeiten geprüft.

Wie bei vielen anderen Umwelttechnologien ist auch bei der Pflanzenkohletechnologie eine kritische Prüfung notwendig. Im Sinne der Nachhaltigkeit darf die Anwendung dieser Klima-Technologie nicht zu Lasten anderer Umweltbereiche führen. Auch der Vergleich mit anderen Verwertungstechnologien, die auf die gleiche Biomasse zurückgreifen, muss kritisch betrachtet werden.

Die Untersuchungen werden an verschiedenen Standorten in Kooperation mit den Grünflächenämtern der Berliner Bezirke Pankow und Steglitz-Zehlendorf sowie der Berliner Stadtgüter GmbH durchgeführt. Es sind sowohl flächenhafte (Anlegen von Testparzellen auf Acker- und Brach- sowie Wiesenflächen), als auch punktuelle (Straßenbäume) Einbringungen von Pflanzenkohle-Kompost-Gemische in Berlin und im nahen Umfeld von Berlin geplant.

 


1 https://www.projekte.hu-berlin.de/de/natkos

2 https://www.berlin.de/sen/uvk/umwelt/kreislaufwirtschaft/abfallbehoerde/abfallbilanzen/