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Rundflug über den Schiaparelli Krater – Special PR #2 2026

Dieser Film wurde mit den Daten der Mars Express High-Resolution Stereo Camera (HRSC) Mars Chart (HMC20) erstellt, einem Bildmosaik, das aus Einzelaufnahmen der HRSC-Kamera prozessiert wurde. Das Mosaikbild wird mit Topographieinformationen aus dem digitalen Geländemodell (DTM) kombiniert, um eine dreidimensionale Landschaft zu erzeugen. 

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Credit: ESA/DLR/FU Berlin & NASA/JPL-Caltech/MSSS (CC BY-SA 3.0 IGO) » Copyright Notice

Bildverarbeitung

Für jede Sekunde des Films wurden 50 Einzelbilder gerendert, die einem vordefinierten Kamerapfad folgen. Der Mittelpunkt des Bildmosaiks liegt bei 8° südlicher Breite und 17° östlicher Länge. Für die Animation wurde eine dreifache vertikale Überhöhung verwendet. Atmosphärische Effekte, wie Dunst und Nebel, wurden hinzugefügt, um die Grenzen des Geländemodells zu verschleiern. Der Dunst beginnt sich in einer Entfernung von 250 Kilometern aufzubauen. Die HRSC-Kamera auf Mars Express wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betrieben. Die systematische Verarbeitung der Kameradaten erfolgt am DLR-Institut für Weltraumforschung in Berlin-Adlershof. Die Arbeitsgruppe Planetenwissenschaft und Fernerkundung der Freien Universität Berlin nutzte die Daten zur Erstellung des hier gezeigten Films.

Unterwegs durch den Schiaparelli Krater auf dem Mars

Übersicht von MC20 mit markanten geologischen Strukturen und dem Flugpfad.

Übersicht von MC20 mit markanten geologischen Strukturen und dem Flugpfad.

Dieser Film nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise durch das südliche Hochland bis zum Schiaparelli Krater, der im Sinus-Sabaeus-Quadrangle (HMC-20) liegt. Der Film beginnt am Evros Vallis im Süden des Schiaparelli Kraters und führt nach Norden zu einem unbenannten Komplex aus mehreren miteinander verbundenen Kratern. Anschließend geht es weiter über den südlichen Teil des ausgedehnten Talsystems von Schiaparelli und überquert den Kraterrand vom Westen her. Der Film setzt sich in einer Kurve im Uhrzeigersinn durch das Kraterinnere fort, wobei mehrere Faltenrücken („wrinkle ridges“) und kleinere Krater zurückbleiben. Zum Abschluss folgt ein steiler Aufstieg über die Brazos Valles südlich von Schiaparelli. Der Krater hat einen Durchmesser von etwa 450 km und wurde nach dem italienischen Astronomen Giovanni Schiaparelli (1835–1910) benannt. Das umliegende südliche Hochland besteht aus dicht von Kratern übersätem, zerklüftetem Gelände, das weite Teile der äquatorialen bis südlichen Breiten des Mars bedeckt.

Evros Vallis ist ein etwa 360 km langes, uraltes Tal südlich des großen Schiaparelli-Einschlagbeckens. Es weist deutliche geomorphologische Hinweise darauf auf, dass einst flüssiges Wasser über Teile des südlichen Mars-Hochlands geflossen ist. Wahrscheinlich entstand es im späten Noachium (vor etwa 3,8 bis 3,7 Milliarden Jahren), als das Klima auf dem Mars wärmer und feuchter war als heute. Unter diesen Bedingungen konnten sich durch Niederschläge, Schneeschmelze oder das Austreten von Grundwasser Flüsse und Seen bilden.

Der Schiaparelli Krater gehört zu den größten Kratern auf dem Mars, weist trotz seines großen Durchmessers jedoch nur eine geringe Tiefe auf. Dies könnte darauf hindeuten, dass er im Laufe der vergangenen Milliarden Jahre durch vom Wind transportierte Sedimente, Lavaströme oder Ablagerungen aus fließenden beziehungsweise stehenden Gewässern aufgefüllt wurde.

Auf dem Kraterboden befinden sich mehrere große, geschwungene Rücken („wrinkle ridges“). Einige von ihnen weisen eine konzentrische Form auf und folgen damit der Geometrie des Kraters. Sie geben Hinweise darauf, welche Prozesse im Inneren des Kraters gewirkt haben. Die gängige Erklärung ist, dass diese Rücken durch tektonische Spannungen entstanden sind, die beim Auffüllen des Kraters mit Lava und/oder Sedimenten verursacht wurden. Das große, höher gelegene Gelände nahe dem Südrand innerhalb des Kraters wurde wahrscheinlich nach der Entstehung des Kraters von außerhalb eingetragen. Das breite, wellenförmige Band aus dunklem Material, das zwischen der Kraterwand und dem höher gelegenen Gelände eingeschlossen zu sein scheint, ist dagegen wahrscheinlich vulkanischen Ursprungs und wurde durch äolische Prozesse, also durch den Wind, abgelagert.

High Resolution Stereo Camera

Die High Resolution Stereo Camera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH). Das Wissenschaftsteam unter Leitung des Principal Investigators (PI) Dr. Daniela Tirsch besteht aus 52 Co-Investigatoren, die aus 34 Institutionen und 11 Nationen stammen. Die Kamera wird vom DLR-Institut für Weltraumforschung in Berlin-Adlershof betrieben.

HRSC Daten

Die HMC30-Produkte umfassen Multi-Orbit-DTMs und orthorektifizierte Bildmosaike, die aus HRSC-Bildern erstellt wurden, sowie pan-sharpened Farb-Mosaike. Die HMC30-Datenprodukte sind nach einer angepassten Version des USGS-MC-30-Kachelschemas organisiert. Alle HMC30-Produkte basieren auf einer Bündelblockausgleichung der Stereoaufnahmen und sind auf das globale MOLA-Referenzsystem registriert. Diese Animation wurde mit Daten aus dem MC-20W-Quadranten erstellt. Um die HMC30-Produkte zu erkunden, besuchen Sie den Mapserver über den rechten Button.

HRSC Orbit Location Extractor