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Unterwegs durch den Schiaparelli Krater auf dem Mars

Übersicht von MC20 mit markanten geologischen Strukturen und dem Flugpfad.

Übersicht von MC20 mit markanten geologischen Strukturen und dem Flugpfad.

Dieser Film nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise durch das südliche Hochland bis zum Schiaparelli Krater, der im Sinus-Sabaeus-Quadrangle (HMC-20) liegt. Der Film beginnt am Evros Vallis im Süden des Schiaparelli Kraters und führt nach Norden zu einem unbenannten Komplex aus mehreren miteinander verbundenen Kratern. Anschließend geht es weiter über den südlichen Teil des ausgedehnten Talsystems von Schiaparelli und überquert den Kraterrand vom Westen her. Der Film setzt sich in einer Kurve im Uhrzeigersinn durch das Kraterinnere fort, wobei mehrere Faltenrücken („wrinkle ridges“) und kleinere Krater zurückbleiben. Zum Abschluss folgt ein steiler Aufstieg über die Brazos Valles südlich von Schiaparelli. Der Krater hat einen Durchmesser von etwa 450 km und wurde nach dem italienischen Astronomen Giovanni Schiaparelli (1835–1910) benannt. Das umliegende südliche Hochland besteht aus dicht von Kratern übersätem, zerklüftetem Gelände, das weite Teile der äquatorialen bis südlichen Breiten des Mars bedeckt.

Evros Vallis ist ein etwa 360 km langes, uraltes Tal südlich des großen Schiaparelli-Einschlagbeckens. Es weist deutliche geomorphologische Hinweise darauf auf, dass einst flüssiges Wasser über Teile des südlichen Mars-Hochlands geflossen ist. Wahrscheinlich entstand es im späten Noachium (vor etwa 3,8 bis 3,7 Milliarden Jahren), als das Klima auf dem Mars wärmer und feuchter war als heute. Unter diesen Bedingungen konnten sich durch Niederschläge, Schneeschmelze oder das Austreten von Grundwasser Flüsse und Seen bilden.

Der Schiaparelli Krater gehört zu den größten Kratern auf dem Mars, weist trotz seines großen Durchmessers jedoch nur eine geringe Tiefe auf. Dies könnte darauf hindeuten, dass er im Laufe der vergangenen Milliarden Jahre durch vom Wind transportierte Sedimente, Lavaströme oder Ablagerungen aus fließenden beziehungsweise stehenden Gewässern aufgefüllt wurde.

Auf dem Kraterboden befinden sich mehrere große, geschwungene Rücken („wrinkle ridges“). Einige von ihnen weisen eine konzentrische Form auf und folgen damit der Geometrie des Kraters. Sie geben Hinweise darauf, welche Prozesse im Inneren des Kraters gewirkt haben. Die gängige Erklärung ist, dass diese Rücken durch tektonische Spannungen entstanden sind, die beim Auffüllen des Kraters mit Lava und/oder Sedimenten verursacht wurden. Das große, höher gelegene Gelände nahe dem Südrand innerhalb des Kraters wurde wahrscheinlich nach der Entstehung des Kraters von außerhalb eingetragen. Das breite, wellenförmige Band aus dunklem Material, das zwischen der Kraterwand und dem höher gelegenen Gelände eingeschlossen zu sein scheint, ist dagegen wahrscheinlich vulkanischen Ursprungs und wurde durch äolische Prozesse, also durch den Wind, abgelagert.