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Muschelförmige Vertiefungen in einer periglazialen Umgebung

Muschelförmige Senken (HiRISE)

Muschelförmige Senken (HiRISE)

Das dunkle Material auf der rechten Seite des Bildes zeigt in einigen Bereichen Erosionsspuren und ist nicht mehr als geschlossene Schicht erhalten. Zwischen den widerstandsfähigen dunklen Erhebungen befinden sich Vertiefungen. Diese runden bis elliptischen Vertiefungen werden als  muschelförmige Senken („scalloped depressions“) bezeichnet. Mit höher aufgelösten Bildern wird die Namensgebung verständlich: Die Ränder dieser Senken erinnern an die Form von Muschelschalen (siehe HiRISE Bild). Diese Strukturen sind in den mittleren Breiten des Mars weit verbreitet und werden als periglaziale Formen interpretiert. Sie sind vermutlich das Ergebnis des Abschmelzens oder des Verdampfens von Eis im Untergrund. Die daraus resultierende Absenkung der Oberfläche wird als Thermokarst bezeichnet. Charakteristisch für diese Senken ist eine steile, polwärts gerichtete Böschung und eine flachere, äquatorwärts gerichtete Seite. Diese Asymmetrie wird durch unterschiedliche Sonneneinstrahlung erklärt: Die stärker bestrahlten äquatorseitigen Hänge fördern die Sublimation von Eis stärker als die schattigeren, polseitigen Hänge. Die muschelförmigen Senken treten selten isoliert auf, sondern verschmelzen zu größeren Strukturen – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass sich die Oberfläche des Mars kontinuierlich verändert.