Polygonale Grabenstrukturen und die Ozeanhypothese
Die linke Seite des Bildes zeigt ein markantes Merkmal von Utopia Planitia: bis zu zwei Kilometer breite und 20 Kilometer lange Senken schneiden sich und bilden ein polygonales Muster. Diese Strukturen werden als Gräben interpretiert, die zusammen ein großräumiges polygonales Netzwerk bilden (siehe beschriftetes Bild). Auch in der Bildmitte sind diese Gräben erkennbar, wirken dort jedoch weniger deutlich ausgeprägt. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass sie mit anderem Material verfüllt wurden oder ursprünglich nicht sehr tief waren. Die Entstehung dieser Grabenstrukturen ist komplex und möglicherweise mit großen Wassermengen verbunden. Als Teil der nördlichen Tiefebenen wurde Utopia Planitia lange Zeit als möglicher Standort eines früheren Gewässers diskutiert – möglicherweise eines Sees oder sogar eines Ozeans in der frühen Marsgeschichte. Das Gebiet könnte Sedimente angesammelt und als Senke für Ablagerungen gedient haben. Feuchte, feinkörnige Sedimente hätten sich verdichtet und entlang der unterlagernden Topografie bewegt. Auch tektonische Prozesse könnten zur Bildung dieser Grabenstrukturen beigetragen haben. Auf der Erde wurden ähnliche polygonale Grabennetzwerke in Sedimentgesteinen unterhalb von Ozeanen entdeckt. Einige Gräben zeigen entlang ihrer oberen Ränder dunkle Schichten, die möglicherweise austretende feinkörnige Asche darstellen. Diese Strukturen setzen sich über das gesamte Gebiet von Utopia Planitia fort und bedecken eine große Fläche.