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Zwischen hellem und dunklem Material

Viking 2 vs. HRSC

Viking 2 vs. HRSC

Das Farbspiel im neuen HRSC-Bild ist besonders bemerkenswert: Helle Oberflächenablagerungen auf der linken Seite gehen in der Bildmitte in dunkle Ablagerungen über (siehe Farbbild). Die linke Seite besteht aus typischem Marsregolith, während die dunklen Bereiche vulkanische Ascheablagerungen darstellen könnten, die aus mafischen Mineralen wie Olivin und Pyroxen bestehen. Interessanterweise war dieses dunkle Material auf Aufnahmen des Viking-Orbiters aus dem Jahr 1976 noch deutlich weniger verbreitet als heute (siehe rechtes Bild). Äolische Prozesse müssen es in den letzten 50 Jahren abgelagert haben. Der untere linke Bereich zeigt hellere Farbtöne als die Umgebung (siehe Farbbild). In nächtlichen Wärmebildern erscheint dieses Material hingegen dunkler, was darauf hindeutet, dass es sich um lockeren, feinkörnigen Sand handeln könnte, der die tagsüber aufgenommene Wärme nachts schneller verliert. Auf der rechten Seite befindet sich ein etwa 15 Kilometer großer Einschlagkrater mit einer markanten Auswurfdecke (siehe beschriftetes Bild). Diese Decke besteht aus Material, das beim Einschlag aus dem Untergrund herausgeschleudert wurde. In diesem Fall zeigt sie eine geschichtete Struktur, was darauf hindeuten könnte, dass im Untergrund vorhandenes Eis beim Einschlag geschmolzen ist. Der Krater ist zudem von dem bereits erwähnten dunklen Material bedeckt. Neben dem großen Krater sind zahlreiche kleinere Krater mit deutlich ausgeprägten Auswurfdecken zu erkennen. Der große Krater weist zudem ein charakteristisches Muster auf seinem Boden auf, das als konzentrische Kraterfüllung interpretiert wird. Dieses Phänomen ist in den mittleren Breiten des Mars weit verbreitet und besteht überwiegend aus eisreichem Material, das langsame „Fließbewegungen“ zeigt. Ähnliche Ablagerungen treten auch in Tälern auf, wo sie als lineare Talfüllungen bezeichnet werden. Zusammen gelten diese Formen als Analogien zu schuttbedeckten Gletschern auf der Erde.