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Vom Winde verweht

Die über große Zeiträume wirkende, rohe Kraft des Windes, vulkanische Aktivität und Asteroiden-Einschläge – die Region nördlich von Eumenides Dorsum ist ein beeindruckendes Beispiel für das Wirken unterschiedlicher Kräfte auf dem Mars. Das hier gezeigte Gebiet befindet sich westlich der Tharsis-Region in der Tieflandebene Amazonis Planitia. Der Bildausschnitt zeigt aus unterschiedlichen Perspektiven eine Fläche von etwa 28.000 Quadratkilometern – fast so groß wie Belgien. Charakteristisch sind teils mehrere Kilometer lange stromlinienförmige Rücken, die durch enge Korridore voneinander getrennt sind.

Bei diesen Strukturen handelt es sich um sogenannte Jardangs. Sie entstehen durch die abschleifende Kraft des Windes, der dauerhaft aus gleicher Richtung weht: Der Wind transportiert loses Material wie beispielsweise Sandkörner und wirkt dabei wie ein Sandstrahlgebläse. Er bearbeitet das weiche Sedimentgestein entlang bereits vorhandener Schwächezonen und trägt weicheres Material ab. Da die Windrichtung immer gleich ist, sind auch diese geradlinigen Rücken meist entsprechend ausgerichtet. Fachleute können an ihrer Form die vorherrschende Windrichtung ablesen: Das breitere Ende von Jardangs zeigt immer entgegen der Windrichtung, das spitzere Ende zeigt in Windrichtung. Der formgebende Wind wehte in diesem Gebiet also von Südost nach Nordwest.