Geographische Lage
Das HRSC-Bild zeigt eine Region auf der Nordhalbkugel entlang der marsianischen Dichotomiegrenze, die die alten Hochländer von Tempe Terra von den nördlichen Tiefebenen der Chryse Region und der Acidalia Region trennt (siehe Kontextkarte). Nur wenige Kilometer südwestlich mündet der Kasei Valles-Ausflusskanal, eines der größten Ausflusstäler des Mars, das in der Vergangenheit des Planeten durch katastrophale Überschwemmungen geformt wurde (siehe Kontextkarte). Die Dichotomiegrenze ist hier durch einen steilen Hang markiert, der als Nilokeras Scopulus bekannt ist – aus dem Lateinischen für Steilhang oder Klippe – und der sich etwa zwei Kilometer über das umliegende Gelände erhebt (siehe Kontextkarte). Am Rand des Plateaus von Tempe Terra zu stehen, würde sich in etwa so anfühlen, wie am Rand des Grand Canyon zu stehen – nur dass diese marsianische Klippe fast doppelt so lang ist wie der Canyon. Der Steilhang entstand wahrscheinlich durch eine Kombination aus tektonischer Verwerfung und Erosion, verursacht durch die Flutereignisse, die Kasei Valles geformt haben.
Ebenfalls nicht weit entfernt, südlich der Kasei Valles Mündung liegt die Landestelle der Viking-1-Mission der NASA, der ersten Sonde, die über einen langen Zeitraum Experimente auf dem Mars durchführte. Die Mission landete am 20. Juli 1976, ursprünglich für den amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. Juli 1976 geplant, doch die ersten Umlaufbahnbilder der Viking-1-Orbiter-Sonde zeigten eine große Dichte an Felsblöcken an der vorgesehenen Landestelle, was ein Risiko für die Landung darstellte. Daher suchte die NASA zehn Tage lang nach einem besser geeigneten Landeplatz. Die Vorsicht und Geduld zahlten sich aus: Viking 1 funktionierte bis Ende 1982.