Der Korolev Krater - Ein Wintertraum in Rot und Weiß

HRSC Farbansicht
Bildquelle: ESA/DLR/FU Berlin

Der 82 Kilometer große Krater Korolev wurde nach Sergej Pawlowich Koroljow (englische Schreibweise: Sergei Pavlovich Korolev) benannt, dem Chefkonstrukteur und Vater der russischen Raumfahrttechnik (1907-1966). Der Ingenieur Koroljow entwickelte die erste russische Interkontinentalrakete R7 - den Vorgänger der modernen Sojus Raketen, die bis heute im Einsatz sind. Mit seinen Entwürfen zu Raketen und Raumschiffen brachte Koroljow 1957 den ersten künstlichen Satelliten Sputnik ins All, und ermöglichte 1961 den ersten bemannten Raumflug Juri Gagarins.

Der Einschlagskrater Korolev befindet sich im nördlichen Tiefland des Mars, südlich des großen Dünenfeldes Olympia Undae das einen Teil der Nordpoleiskappe umgibt. Der Kraterboden von Korolev, der sich 2 Kilometer unterhalb des Kraterrandes befindet, ist das ganze Jahr über mit einem Hügel aus Wassereis bedeckt. Diese 1,8 Kilometer dicke gewölbte Ablagerung bildet ein ausgedehntes Reservoir aus nicht-polarem Eis auf dem Mars.

Wassereis ist im Korolev-Krater dauerhaft stabil, weil die Vertiefung eine natürliche Kältefalle darstellt. Die über dem Eis liegende Luft kühlt ab, und ist dadurch schwerer als die wärmere Außenluft. Da Luft ein schlechter Wärmeleiter ist, schirmt sie das Eis von der Umgebung ab. Wenn sie unbeweglich über dem Eis liegt, findet nur eine geringe Erwärmung des Eises durch Wärmeaustausch statt, und die kalte Luft schützt die Eisablagerung vor der Erwärmung und Verdampfung.

Der Nordrand des Korolev-Kraters wurde ebenfalls von der CaSSIS-Kamera an Bord von ExoMars aufgenommen, am 15. April 2018 als einer der ersten Orte auf dem Mars - nur einige Tage nachdem HRSC den Krater in Orbit 18042 abbildete. Das ExoMars-Programm der ESA widmet sich der Suche nach Leben auf dem Roten Planeten. Es besteht aus zwei Komponenten: die ExoMars 2016 Mission brachte den Trace Gas Orbiter 2016 in eine Umlaufbahn um den Mars, verfehlte aber das Ziel, das Landemodul Schiaparelli sicher auf der Marsoberfläche abzusetzen. Für die nahe Zukunft ist die ExoMars 2020 Mission geplant, die eine Oberflächenplattform und einen Rover beinhaltet, und 2021 in Oxia Planum an der Hochland-Tieflandgrenze des Mars landen soll.

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