Großer Krater erinnert an führenden Planetenforscher

Der hier in einem Bildmosaik der High Resolution Stereo Camera (HRSC) dargestellte Einschlagskrater wurde 2015 von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) nach dem 2011 verstorbenen amerikanischen Wissenschaftler Ronald Greeley benannt. Greeley war ein Pionier der Planetengeologie, der seit 1977 an der Arizona State University lehrte und forschte. Er war außerdem von Anfang an, also seit 1988, Mitglied des HRSC-Experiment-Teams.

  


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» Pressemitteilung der Arizona State University (in Englisch)

HRSC 3D

Greeley - Großer Krater erinnert an führenden Planetenforscher

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Der hier in einem Bildmosaik der High Resolution Stereo Camera (HRSC) dargestellte Einschlagskrater wurde 2015 von der Internationalen Astronomischen Union nach dem 2011 verstorbenen amerikanischen Wissenschaftler Ronald Greeley benannt. Ron Greeley war ein Pionier der Planetengeologie, der seit 1977 an der Arizona State University lehrte und forschte. Greeley war außerdem von Anfang an, also seit 1988 Mitglied des HRSC-Experiment-Teams zunächst auf der gescheiterten russischen Mission Mars 96 und dann auf der Nachfolgemission Mars Express der europäischen Weltraumorganisation ESA.

Der Einschlagskrater Greeley hat einen Durchmesser von 427 Kilometern und gehört damit, nach den großen Einschlagsbecken, zu den größten Kratern auf dem Mars. Er befindet sich in Noachis Terra, einem Teil des südlichen Marshochlands, zwischen den Einschlagsbecken Argyre und Hellas Planitia. Der alte, bereits stark erodierte und von Sedimenten verfüllte Krater ist aufgrund seiner geringen Tiefe von nur 1,5 Kilometern in der Marslandschaft nur schwer auszumachen – sein Kraterrand ist teilweise sogar gänzlich verschwunden. Stünde ein Astronaut in der Mitte des Kraters, würde er wegen der im Vergleich zur Erde stärkeren Krümmung der Marskugel den Kraterrand am Horizont gar nicht sehen. Am besten sind seine Umrisse im farbkodierten digitalen Geländemodell zu erkennen.

Mit einem Alter von bis zu vier Milliarden Jahren gehört Noachis Terra zu den ältesten Regionen auf dem Mars. Hier wurden über Milliarden Jahre hinweg zahlreiche Einschlagskrater unterschiedlicher Größen gebildet und wieder abgetragen. Während dieser Abtragungsprozesse werden ursprünglich trogförmige Einschlagskrater mittels Erosion durch Wind, Wasser oder Eis mit der Zeit zu flachen, relieflosen Vertiefungen umgeformt. Das Fehlen von sichtbarem Auswurfmaterial, niedrige und zum Teil fehlende Kraterränder, ein flacher Kraterboden, sowie zahlreiche Einschlagskrater in seinem Inneren deuten auf ein sehr hohes Alter des Kraters Greeley hin. Bei genauerem Hinsehen findet man hier und da ganze Schwärme sehr kleiner Krater, sogenannte Sekundärkrater, die durch den Einschlag von Auswurfmassen anderer Einschläge entstehen. In einigen der größeren, innenliegenden Krater führen kleine schmale Rinnen, die auf ehemals in die Krater fließendes Wasser hindeuten. Andere breitere Rinnen deuten auf hangabwärts kriechende, mit Sedimenten befrachtete Eismassen hin. Die unterschiedliche Färbung des Materials im Kraterboden ist auf Unterschiede in der Zusammensetzung zurückzuführen, wobei die helleren Materialien meist einer Verwitterung unter Wassereinfluss erfuhren, und die dunkleren Oberflächen von vulkanischen Sanden bedeckt sind.

Ronald Greeley

Ronald Greeley
Bildquelle: Arizona State University, Tom Story

Ronald Greeleys große Leidenschaft war die Marsforschung. Er war nicht nur Co-Investigator der High Resolution Stereo Camera auf Mars Express, sondern auch an weiteren Marsmission wie Mariner, Viking, Pathfinder, Mars Global Surveyor und den Mars Exploration Rovern beteiligt. 1967 begann er seine Karriere in der Planetenforschung am NASA AMES Research Center, mit Studien vulkanischer Landschaftsformen und Lavaröhren auf Mond und Erde. Später arbeitete er mit planetaren Missionsdaten von Galileo zum Jupiter, Magellan zur Venus, und Voyager 2 zu Uranus und Neptun. Außerdem interessierte er sich für Oberflächenformen und Prozesse auf anderen Planeten, die durch Windeinwirkung entstanden. 1977 wurde er Professor an der School of Earth and Space Exploration der Arizona State University, wo er das heute noch betriebene Planetary Aeolian Laboratory errichtete. Dort werden mit einem Windtunnel und einem Gerät zur Erzeugung von Wirbelbewegungen atmosphärische Prozesse auf Planeten genauer erforscht.

Mit Ronald Greeley verstarb am 27. Oktober 2011 ein international angesehener und bedeutender Wissenschaftler, der 2015 mit der Benennung dieses Kraters auf dem Mars durch die International Astronomical Union (IAU) geehrt wurde. Das nach ihm benannte Ronald Greeley Center Center for Planetary Studies (RGCPS) an der Arizona State University in Tempe, Arizona, ist eines von 16 Regional Planetary Image Facility Datenzentren, die von der NASA eingerichtet wurden. In diesen Datenzentren werden planetare Bilder für die Nutzung in Wissenschaft und Bildung archiviert. Das RGCPS wurde von Prof. Ronald Greeley als Space Photography Laboratory (SPL) eingerichtet als er 1977 an die Arizona State University kam. Prof. Greeley war bis zu seinem Tod 2011 Direktor des SPL, bevor Prof. David A. Williams die Leitung des SPL übernahm, das in Ronald Greeley Center Center for Planetary Studies umbenannt wurde.

“Ron Greeleys Kollegen an der Arizona State University fühlen sich geehrt mit diesem HRSC Produkt von Greeley Krater auf dem Mars,” sagt Dr. David Williams, Associate Research Professor in der School of Earth and Space Exploration an der ASU und HRSC Co-Investigator. “Wir haben sogar eine Darstellung des HRSC Mosaiks von Greeley Krater in unserem neu renovierten Ronald Greeley Center for Planetary Studies, des NASA Regional Planetary Image Facility Datenzentrums an der ASU”.

High Resolution Stereo Camera (HRSC)

» Informationen zur Herkunft und Verarbeitung der Bilder

Das Mosaik besteht aus 16 Orbitstreifen (0430, 1910, 1932, 2412, 2467, 2478, 4306, 4317, 4328, 6556, 8613, 8620, 8708, 12835, 14719, 16778) und deckt ein Gebiet 2° West - 9° Ost und 31,5° - 43,5° Süd ab. Die Bildauflösung beträgt etwa 100 Meter pro Bildpunkt (Pixel). Das Farbmosaik wurde aus den senkrecht auf die Marsoberfläche gerichteten Nadirkanälen der einzelnen Bildstreifen und den Farbkanälen der HRSC erstellt. Die perspektivische Schrägansicht wurde aus den Stereokanälen der HRSC berechnet. Die in Regenbogenfarben kodierte Aufsicht beruht auf einem digitalen Geländemodell (DTM) der Region, von dem sich die Topographie der Landschaft ableiten lässt. Der Referenzkörper für das Geländemodell ist eine Äquipotentialfläche des Mars (Areoid).

Die systematische Prozessierung der Kameradaten erfolgte am DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof. Mitarbeiter der Fachrichtung Planetologie und Fernerkundung der Freien Universität Berlin erstellten daraus die hier gezeigten Bildprodukte.

Um bereits veröffentlichte Rohbilder und DTMs der Region im GIS-kompatiblen Format herunterzuladen, benutzen Sie bitte diesen Link zu unserem Mapserver. Für einen Überblick über alle seit 2004 veröffentlichten Presseprodukte klicken Sie bitte hier.

Images: ESA/DLR/FU Berlin, CC BY-SA 3.0 IGO

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Die High Resolution Stereo Camera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH). Das Wissenschaftsteam unter Leitung des Principal Investigators (PI) Prof. Dr. Ralf Jaumann besteht aus 52 Co-Investigatoren, die aus 34 Institutionen und 11 Nationen stammen. Die Kamera wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben.