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Zukünftige Raumsonden wären in der Lage Leben auf Ozeanmonden zu finden

Vorbeiflug am Saturnmond Enceladus

Vorbeiflug am Saturnmond Enceladus
Bildquelle: Illustration @ NASA/JPL

News vom 16.06.2020

Das Identifizieren und Unterscheiden zwischen abiotischen und biotischen Signaturen von Aminosäuren, Fettsäuren und Peptiden in Eisteilchen, die von Ozeanmonden, wie dem Jupitermond Europa oder dem kryovulkanisch aktiven Saturnmond Enceladus, ausgestoßen werden, ist eine Schlüsselfähigkeit auf der Suche nach Leben auf diesen Welten. Ein internationales Team von Wissenschaftlern um Fabian Klenner und Prof. Frank Postberg von der Forschungsgruppe Planetologie der Freien Universität Berlin haben Laborversuche mit einem Analogexperiment durchgeführt, mit dem sie die Einschläge von Eisteilchen, die biologisch relevante organische Moleküle enthalten, auf weltraumgestützte Massenspektrometer simuliert haben. Die Daten der Wissenschaftler zeigen, dass das eindeutige Identifizieren von Aminosäuren, Fettsäuren und Peptiden in Eisteilchen, die im Weltraum detektiert werden, sogar in sehr geringen Konzentrationen (weniger als 100 Moleküle pro Eisteilchen) möglich ist.

Das Team hat außerdem das Verhalten dieser Biomoleküle in einem für Ozeanwelten realistischen Szenario untersucht, in dem sich eine Vielzahl von anderen organischen und anorganischen Substanzen in den Eisteilchen befindet. Es konnte gezeigt werden, dass geeignete Weltrauminstrumente eindeutig bestimmen können, ob die möglichen Biomoleküle abiotisch oder biotisch gebildet wurden. Die Wissenschaftler konnten aus ihren Ergebnissen zudem schließen, dass die Weltrauminstrumente bei Einschlagsgeschwindigkeiten der Eisteilchen von 3 – 8 km/s am empfindlichsten auf die organischen Biosignaturen reagieren und die Moleküle von der sie umgebenden Eishülle bei diesen hohen Geschwingkeiten geschützt werden. Die Ergebnisse stellen ein wichtiges Puzzlestück beim Finden von Leben außerhalb der Erde in der nahen Zukunft dar. Die nächste Weltraummission, die die Habitabilität des Ozeanmondes Europa untersucht, wird NASA’s Europa Clipper unter Beteiligung der Forschungsgruppe Planetologie der Freien Universität sein.


Die Ergebnisse wurden im Februar und Juni 2020 in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Astrobiology veröffentlicht.


Das Bild zeigt eine künstlerische Darstellung des Vorbeifluges der Cassini-Raumsonde an Enceladus und seinen Gas-/Eisfontänen

Biologisch wichtige Moleküle, die sich potentiell in den ausgestoßenen Eisteilchen von Enceladus und anderen Ozeanwelten befinden können, können sogar in sehr geringen Konzentrationen detektiert werden. Zudem kann eindeutig festgestellt werden, ob die organischen Moleküle abiotisch oder biotisch gebildet wurden.


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