Staubstürme am Mars-Nordpol

Spiralförmiger Staubsturm auf dem Mars, aufgenommen am 26. Mai 2019 von der HRSC-Kamera
Bildquelle: ESA/DLR/FU Berlin, CC BY-SA 3.0 IGO
Drei Staubstürme auf dem Mars
Bildquelle: ESA/DLR/FU Berlin, CC BY-SA 3.0 IGO
Staubsturm am Rande der Mars-Nordpoleiskappe
Bildquelle: ESA/GCP/UPV/EHU Bilbao

News vom 04.07.2019

Die ESA-Raumsonde Mars Express hat im letzten Monat lokale und regionale Staubstürme am Nordpol des Roten Planeten entdeckt und beobachtet, wie sie sich in Richtung Äquator ausbreiten.

Diese Stürme, die einige Tage oder Wochen andauern und sich auf ein kleines Gebiet beschränken, sind auf dem Mars keine Seltenheit, können jedoch im schlimmsten Fall den gesamten Planeten verhüllen. Im vergangenen Jahr gab es beispielsweise einen solchen globalen Sturm, der den Planeten über viele Monate umkreiste.

Gegenwärtig ist Frühling auf der Nordhalbkugel, und am Rand der sich saisonal zurückziehenden Eiskappe sind häufig Wassereiswolken und kleine, vom Wind angehobene Staubwolken zu beobachten.

Viele der Sonden im Orbit oder auf der Oberfläche des Mars senden täglich Wetterberichte zur Erde und liefern globale und lokale Daten der sich ständig ändernden atmosphärischen Bedingungen. Mars Express beobachtete zwischen dem 22. Mai und dem 10. Juni 2019 mindestens acht verschiedene Stürme am Rand der Nordpoleiskappe, die sich innerhalb von ein bis drei Tagen sehr schnell bildeten und wieder auflösten.

Die beiden Kameras an Bord des Satelliten, nämlich die hochauflösende Stereokamera HRSC, die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betrieben wird, und die Visual Monitoring Camera (VMC), haben die Stürme in den letzten Wochen überwacht. Das Bild oben, aufgenommen von der HRSC am 26. Mai, zeigt einen spiralförmigen Staubsturm, dessen braune Farbe sich vom weißen Eis der Nordpolkappe am Boden abhebt.

Eine Sequenz von HRSC-Aufnahmen (Bild in der Mitte) zeigt drei verschiedene Stürme, die jeweils am 22. Mai, 26. Mai sowie zwischen dem 6. und 10. Juni entstanden. Im letzteren Fall beobachteten beide Kameras die Entwicklung des Sturms über mehrere Tage, während er sich in Richtung Äquator bewegte. Auf den Bildern sind außerdem feine Wolken am äußeren Rand der Polkappe und in mehreren tausend Kilometern Entfernung, in der Nähe der Vulkane Elysium Mons und Olympus Mons, zu sehen.

Sowohl die Kameras auf Mars Express als auch die Kamera MARCI, an Bord des Mars Reconnaissance Orbiters der NASA, stellten fest, dass die Wolken aus Wassereis an den Leehängen der großen Vulkane begannen zu verschwinden, als die Staubstürme die Vulkanregionen erreichten. Solche orographischen Wolken bilden sich oft durch den Einfluss des Vulkangebäudes auf den Luftstrom in der Atmosphäre. Durch die Erhitzung der Luftmassen durch den Staubeintrag bei Staubstürmen können diese Wolken aufgelöst werden. Der Staub, der von diesen regionalen, nur wenige Tage dauernden Staubstürmen angehoben wird, wird durch die globale Zirkulation als feiner Dunst in der unteren Atmosphäre bis in eine Höhe von 20 bis 40 Kilometern verteilt. Einige Spuren von Staub und Wolken blieben bis Mitte Juni in der Vulkanprovinz zurück. VMC veröffentlicht täglich aktuelle Bilder auf Flickr und Twitter. Vielleicht entdecken Sie den nächsten Staubsturm?

  

Für genaue Bildbeschreibungen klicken Sie bitte direkt auf die Bilder (nur in Englisch verfügbar).

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