Springe direkt zu Inhalt

Saturnmond Enceladus: Gute Nachrichten für die Suche nach Leben im All

Aufnahme der NASA-Raumsonde Cassini: Durch Spalten in der Eiskruste von Enceladus treten kryovulkanische Fontänen in den Weltraum aus.

Aufnahme der NASA-Raumsonde Cassini: Durch Spalten in der Eiskruste von Enceladus treten kryovulkanische Fontänen in den Weltraum aus.
Bildquelle: NASA/JPL-Caltech/SSI/Kevin M. Gill

Bildquelle: FUB/Marie Dannenmann

Bildquelle: FUB/Marie Dannenmann

News vom 25.09.2026

Forschende der Arbeitsgruppe „Planetary Sciences and Remote Sensing“ an der Freien Universität Berlin haben kürzlich eine unter der Leitung von Professor Frank Postberg durchgeführte Studie in Science Advances veröffentlicht. Die Studie liefert neue Hinweise darauf, dass sich die Zusammensetzung des unter der eisigen Oberfläche von Enceladus verborgenen Ozeans möglicherweise leichter bestimmen lässt als bisher angenommen. In einer zweiten Publikation zeigen die Forschenden gemeinsam mit Dr. Nozair Khawaja, dass bestimmte Mikroorganismen die Bedingungen im Ozean von Enceladus möglicherweise besser tolerieren können als bislang angenommen. Zusammengenommen tragen diese Ergebnisse zu einem besseren Verständnis dafür bei, wie potenzielle Hinweise auf Leben auf dem Saturnmond nachgewiesen werden könnten.

Enceladus gilt als einer der vielversprechendsten Orte für die Suche nach außerirdischem Leben, da sich unter seiner Oberfläche ein Ozean befindet, der Salze und organische Verbindungen enthält. Die Raumsonde Cassini der NASA konnte diese Materialien nachweisen, indem sie durch Fontänen aus der südpolaren Region von Enceladus flog, die Eispartikel Hunderte von Kilometern weit in den Weltraum schleudern.

Postbergs neue Publikation mit dem Titel „Cassini CDA Observes Compositional Segregation of Enceladus’ Ice Grains from Slow Freezing and Fragmentation of Oceanic Spray“ zeigt, dass sich Ozeantröpfchen während ihres Transports durch Risse in der Eiskruste von Enceladus möglicherweise langsamer abkühlen und gefrieren als bislang angenommen. Durch das langsamere Gefrieren verteilen sich Salze und organische Verbindungen in unterschiedlichen Bereichen innerhalb der Tröpfchen. Werden die Tröpfchen anschließend durch die Risse beschleunigt und in den Weltraum ausgestoßen, können sie fragmentieren, wodurch sich diese Bestandteile auf verschiedene Eispartikel verteilen. Infolgedessen können einige Eispartikel überwiegend aus einer einzigen, hochkonzentrierten Substanz bestehen, die zuvor innerhalb des Tröpfchens räumlich segregiert war. Dies könnte es zukünftigen Raumsonden erleichtern, Biosignaturen nachzuweisen.

Die zweite Studie unter der Leitung der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), an der auch Postberg und Khawaja beteiligt waren, trägt den Titel „Enceladus-Like Geochemistry Fuels Methanogenesis under Extreme CO₂-Limitation“. Sie zeigte, dass ein methanbildender Mikroorganismus unter simulierten Bedingungen, wie sie auf Enceladus angenommen werden, überleben und Methan produzieren konnte.



Publikationen

• Frank Postberg et al.: “Cassini CDA Observes Compositional Segregation of Enceladus’ Ice Grains from Slow Freezing and Fragmentation of Oceanic Spray.” Science Advances (2026): https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.aee7256

• Vanessa Helmbrecht, Frank Postberg, Nozair Khawaja et al.: “Enceladus-Like Geochemistry Fuels Methanogenesis under Extreme CO₂-Limitation.” Science Advances (2026): https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.aei0167


Kontakt

Prof. Dr. Frank Postberg, Leiter der Fachrichtung Planetologie und Fernerkundung, Institut für Geologische Wissenschaften, Fachbereich Geologische Wissenschaften, Freie Universität Berlin, Email: frank.postberg@fu-berlin.de

Dr. Nozair Khawaja, Gruppenleiter am DLR Institut für Weltraumforschung, Fachbereich Geologische Wissenschaften, Freie Universität Berlin, Email: nozair.khawaja@fu-berlin.de



1 / 40