PLATO schließt Testkampagne im Weltraumsimulator ab
Blick von oben in den LSS, nachdem die Kammer wieder geöffnet wurde, mit direktem Blick auf PLATOs 26 hochempfindliche Kameras. Credit: ESA.
Dieses Foto zeigt einen Moment während des heiklen Transfers von PLATO aus dem LSS zurück in einen Reinraum. Credit: ESA.
PLATO verlässt den LSS. Credit: ESA.
News vom 24.04.2026
Das Bestehen von Tests unter weltraumähnlichen Bedingungen markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein für PLATO. Der Satellit für die Suche nach fernen Planeten durchläuft derzeit seine letzten Prüfungen vor dem Start. Mit diesem Erfolg liegt PLATO weiter im Plan für einen Start Anfang 2027.
Bereits im Februar wurde PLATO in den Large Space Simulator (LSS) der ESA gebracht – als erster Test, um zu zeigen, dass die Sonde den extremen Bedingungen im Weltraum standhalten kann. Nachdem die umfangreiche Testkampagne dort nun abgeschlossen ist, hat PLATO den LSS wieder verlassen. Der LSS ist Europas größte Testkammer für Weltraumbedingungen. Sie ist 15 Meter hoch und 10 Meter breit und befindet sich am ESTEC, dem technischen Zentrum der ESA in Noordwijk in den Niederlanden.
Die zylindrische Kammer setzte alle PLATO‑Komponenten einem Vakuum und den extremen Temperaturen aus, denen der Satellit an seinem Einsatzort in 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde begegnen wird. Um diese Bedingungen nachzubilden, senkten leistungsstarke Pumpen den Druck in der Kammer auf weltraumähnliche Werte (ein Milliardstel des normalen Luftdrucks auf der Erde). Die Kameras und die Elektronik wurden mithilfe von flüssigem Stickstoff auf Temperaturen nahe −80 °C gekühlt. Die zur Sonne gewandte Seite von PLATO wurde dem anderen Extrem ausgesetzt und mit einem Feld leistungsstarker Xenonlampen, die Sonnenlicht ohne die Filterwirkung der Erdatmosphäre simulieren, auf rund +150 °C aufgeheizt.
Testen der Grenzen von Hitze und Kälte
Die Ingenieurinnen und Ingenieure prüften den gesamten Satelliten in sogenannten „heißen“ und „kalten“ Phasen, die zum Teil sogar über das hinausgehen, was PLATO später im All erwarten wird.
In der „heißen“ Phase wurden alle Teilsysteme des Satelliten mit voller Leistung betrieben, während die beleuchtete Seite auf höchste Temperaturen gebracht wurde. Dabei wurde sorgfältig darauf geachtet, dass die Kameras innerhalb ihrer Betriebstemperatur zwischen −70 °C und −90 °C blieben.
In der „kalten“ Phase wurde die Temperatur weiter abgesenkt. Dabei wurden PLATOs interne Heizungen eingesetzt, um zu verhindern, dass die Kameras zu stark abkühlen. Verschiedene Tests dienten dazu, die Funktion und Stabilität der 26 hochempfindlichen Kameras und der unterstützenden Systeme zu überprüfen und sicherzustellen, dass die Leistungsfähigkeit der Kameras auch im Flug erhalten bleibt.
PLATO solch extremen Bedingungen auszusetzen, mag übertrieben wirken. Dies ist jedoch wichtig, um sicherzustellen, dass der Satellit auch trotz Temperaturschwankungen noch zuverlässige Daten liefern kann.
Was steht PLATO vor dem Start noch bevor?
PLATO hat den LSS nun verlassen und wird in den kommenden Monaten die Endmontage und letzten Startvorbereitungen durchlaufen. Dazu gehören abschließende Funktionsprüfungen sowie die Vorbereitung für den Transport zum Startplatz später dieses Jahr.
Mit weniger als einem Jahr bis zum geplanten Start läuft nun der Countdown. Dieser Meilenstein bringt PLATO seinem Ziel näher, helle Sterne nach erdähnlichen Planeten in den habitablen Zonen um sonnenähnliche Sterne zu durchmustern.
Das internationale Konsortium für die PLATO-Mission wird geleitet von Prof. Dr. Heike Rauer, Planetenwissenschaftlerin am Institut für Geologische Wissenschaften der Freien Universität Berlin und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Vorbereitungen für die Mission werden von Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin unterstützt.
Die Beiträge der Freien Universität Berlin zur PLATO-Mission werden von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR mit Mitteln des Bundes gefördert (Förderkennzeichen 50OO1401, 50OP2103 und 50OP2104).
Die wissenschaftlichen Instrumente von Plato, bestehend aus den Kameras und elektronischen Systemen, werden in Zusammenarbeit zwischen der ESA und dem Plato Mission Consortium bereitgestellt, welches sich aus verschiedenen europäischen Forschungszentren, Instituten und Industriepartnern zusammensetzt. Der Satellit wird vom industriellen Plato Core Team unter der Leitung von OHB in Zusammenarbeit mit Thales Alenia Space und Beyond Gravity gebaut und montiert.


