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Die „Schatzkarte“ für die Suche nach der zweiten Erde wird enthüllt

PLATOs Blickfeld (LOPS2) umfasst einen Bereich am Südhimmel, etwa so groß wie das menschliche Blickfeld. Die rote Fläche zeigt das Beobachtungsgebiet; Farbstufen markieren die Kamerazahl - von 6 außen bis 24 im Zentrum. Credit: PLATO/ESA

PLATOs Blickfeld (LOPS2) umfasst einen Bereich am Südhimmel, etwa so groß wie das menschliche Blickfeld. Die rote Fläche zeigt das Beobachtungsgebiet; Farbstufen markieren die Kamerazahl - von 6 außen bis 24 im Zentrum. Credit: PLATO/ESA

Künstlerische Darstellung der Raumsonde PLATO. PLATO wird geschätzt mehrere Tausend Exoplaneten entdecken. Darunter könnte sich ein Zwilling unserer Erde befinden. Credits: PLATO/ESA

Künstlerische Darstellung der Raumsonde PLATO. PLATO wird geschätzt mehrere Tausend Exoplaneten entdecken. Darunter könnte sich ein Zwilling unserer Erde befinden. Credits: PLATO/ESA

News vom 18.02.2026

Die Auswahl der Zielsterne für die europäische Raumfahrtmission PLATO ist abgeschlossen - die Jagd nach dem “Zwilling der Erde” kann beginnen.

Nachdem die Blickrichtung der Raumsonde bereits seit einigen Jahren feststeht, hat das wissenschaftliche Konsortium für die Europäische Raumfahrtmission PLATO (PLAnetare Transits und Oszillationen von Sternen) die Liste von Sternen, die PLATO in den nächsten Jahren beobachten wird, an die ESA geliefert: den PLATO Input Katalog (PIC).

Dieser enthält 290 000 helle Sterne, für die Messungen ohne Störung durch am Himmel nahebei stehende andere Sterne möglich sind. Sie bieten somit PLATO die besten Voraussetzungen, um neue Exoplaneten zu entdecken und zu erforschen - die "Schatzkarte" für die Suche nach der zweiten Erde. Exoplaneten sind Planeten, die andere Sterne als unsere Sonne umlaufen. Darunter könnten auch Planeten sein, die unserer Erde ähneln.

Mit seinen 26 Kameras wird die Sonde ab 2027 über mehrere Jahre hinweg alle 25 bis 600 Sekunden die Helligkeit der meisten der 290 000 Sterne des PICmessen. Das Blickfeld konzentriert sich dabei auf das sogenannten LOPS2 (LOng-Pointing field South 2 – Langzeitbeobachtungfeld Süd 2), einem Bereich des Himmels der südlichen Hemisphäre mit einer Ausdehnung, die in etwa dem Blickfeld unserer Augen entspricht.

Das Ziel der Mission ist anspruchsvoll: Gesteinsplaneten in der „habitablen Zone“ ausfindig zu machen, also in dem vielversprechenden Bereich um einen Stern, in dem Wasser als Flüssigkeit existieren kann – eine unentbehrliche Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen! PLATO wird dabei den Fokus auf Planeten um sonnenähnliche Sterne legen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Raumsonde nach winzigen Verdunklungen im Helligkeitsverlauf der Sterne suchen, die durch die teilweise Verdeckung durch einen vorbeiziehenden Planeten verursacht werden. Ein solcher Transit eines erdähnlichen Planeten vor einem sonnenähnlichen Stern würde eine extrem kleine Helligkeitsschwankung von gerade einmal 0.0084% verursachen. Das ist vergleichbar mit einer Mücke, die vor dem Scheinwerfer eines Autos vorbeifliegt, beobachtet aus mehreren Kilometern Entfernung.

Die Zusammenstellung des PIC war keine einfache Aufgabe. Ausgehend von etwa zwei Milliarden Sternen, die hauptsächlich aus dem Sternenkatalog der ESA-Mission Gaia genommen wurden, begann ein von italienischen Wissenschaftlern angeführtes Team mit der Vorauswahl von 2,5 Millionen Sternen, die im LOPS2-Feld sichtbar sind. Diese haben Oberflächentemperaturen zwischen rund 3500°C und 7000°C (unsere Sonne zum Vergleich: 6000°C).

Danach wurden noch weitere Sterne aussortiert. Über die Auswahl der vielversprechendsten Sterne erklärt Prof. Dr. Heike Rauer, die wissenschaftliche Leiterin der PLATO-Mission: „Wir konzentrieren uns vor allem auf Sterne, die der Sonne ähneln. Für Planeten um solche Sterne können wir am besten abschätzen, ob darunter auch Planeten sind, die Wasser an der Oberfläche haben könnten. Wir berücksichtigen aber auch kühlere und heißere Sterne, um auch diese anderen Typen von Planetensystemen besser zu verstehen.“

Anhand dieser Kriterien wurde die Anzahl der Sterne auf die 290 000 reduziert, die nun den PIC bilden.

PLATO arbeitet selbstverständlich auch mit anderen Weltraummissionen zusammen. Das LOPS2-Feld enthält nämlich auch viele der zehntausenden Sterne, die bisher von der noch andauernden NASA-Mission TESS beobachtet wurden. Dadurch ergeben sich wertvolle Möglichkeiten, Kandidaten für Exoplaneten zu bestätigen und die effektive Beobachtungdauer auszudehnen. Einige der Neuentdeckungen von PLATO können auch mit der kleineren ESA-Mission CHEOPS nachverfolgt werden, um z.B. das Mess-Signal in kombinierten Daten noch weiter zu verbessern. Exoplaneten, die eine Atmosphäre besitzen, können dann zusätzlich mit dem James Webb-Weltraumteleskop untersucht werden, oder mit der für 2029 geplanten Ariel-Mission der ESA.

PLATO wird in den 4,5 Jahren seiner Missionsdauer geschätzt mehrere Tausend neue Exoplaneten entdecken, davon einige Hundert Gesteinsplaneten. Mit Spannung wird erwartet, wie viele davon in der habitablen Zone um ihre Zentralsterne liegen werden.

Außer den Sternen für die Suche nach neuen Exoplaneten, enthält der PIC auch Sterne, an denen sich die Sonde über die lange Betriebsdauer hochstabil ausrichten kann, sowie Sterne, die für die Kalibration der Instrumente und die Verfeinerung von Modellen zur Bestimmung von Masse, Radius und Alter von Sternen genutzt werden. Sterne mit bereits bekannten und vermuteten Exoplaneten sind selbstverständlich auch enthalten.

Das internationale Konsortium für die PLATO-Mission wird geleitet von Prof. Dr. Heike Rauer, Planetenwissenschaftlerin am Institut für Geologische Wissenschaften der Freien Universität Berlin und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Vorbereitungen für die Mission werden von Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin unterstützt.

Kontakt:

Prof. Dr. Heike Rauer, Freie Universität Berlin, Fachbereich Geowissenschaften, Institut für Geologische Wissenschaften, Fachrichtung Planetologie und Fernerkundung und DLR, E-Mail: heike.rauer@fu-berlin.de 


Die Beiträge der Freien Universität Berlin zur PLATO-Mission werden von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR mit Mitteln des Bundes gefördert (Förderkennzeichen 50OO1401, 50OP2103 und 50OP2104).

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