Springe direkt zu Inhalt

Ein Monat in Indonesien, um sich über Katastrophenkulturen auszutauschen

Mitglieder des Tsunami Risk Projekts vor einem Meeresspiegel-Monitor an der Küste von Banten. Copyright ‘Tsunami_Risk’.

Mitglieder des Tsunami Risk Projekts vor einem Meeresspiegel-Monitor an der Küste von Banten. Copyright ‘Tsunami_Risk’.

News vom 19.01.2023

Im Rahmen des vom BMBF geförderten Projekts Tsunami_Risk, das sich mit der Verbesserung des indonesischen Tsunami-Warnsystems befasst, damit dieses auch nicht-seismisch ausgelöste Tsunamis berücksichtigen kann, verbrachte KFS-Mitarbeiterin Isabelle Desportes vom 12. November bis 12. Dezember einen Monat in Indonesien. In Zusammenarbeit mit der Universitas Indonesia und der indonesischen Forschungsagentur BRIN führte die Geografin Interviews und begleitete den Austausch zwischen deutschen und indonesischen (Geo-)Wissenschaftler*innen und Mitgliedern von Institutionen für Katastrophenmanagement. Nach drei Exkursionstagen in der Region Banten, die 2018 von dem durch den Vulkanausbruch des Anak Krakataus ausgelösten Tsunami betroffen war, wurde am 17. November in Jakarta ein eintägiger Workshop zum Thema "Katastrophenkulturen und die Schnittstelle zwischen Geowissenschaft und Praxis" organisiert.

 

Darüber hinaus präsentierte Isabelle Desportes ihre Forschungsarbeit vor allem einem geo- und ingenieurwissenschaftlichen Publikum in Bandung (Bandung Institute of Technology, 1. Dezember), Lampung (Universität Lampung, 9. Dezember) und im Rahmen einer "Katastrophenkultur-Wanderausstellung", die bei verschiedenen Tsunami_Risk-Projekttreffen gezeigt wurde, z. B. bei der Agentur für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik BMKG am 21. November. In einem policy Kontext, in dem "Struktur" und "Kultur" allzu oft als getrennte Komponenten behandelt werden, verdeutlichte die Konfrontation dieses Publikums mit sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen die Notwendigkeit, die Tsunami-Warnsysteme als einen sozialen Prozess zu betrachten, bei dem die Verständigung zwischen verschiedenen (technischen) Behörden und Gemeinschaften mit ihren eigenen erkenntnistheoretischen Voraussetzungen von zentraler Bedeutung ist.

 

Als Masterarbeits-Co-Betreuerin nahm Isabelle Desportes außerdem an der Verteidigung des Dissertationsproposals von Willy Wicaksono teil, der sich im Rahmen seines Studiums im neu eingerichteten Masterstudiengang für Risiko- und Katastrophenmanagement an der Universitas Indonesia in Jakarta mit Katastrophenkulturen in Labuan befasst.

1 / 100