Die aus dem Weltall kommen

Erstausstrahlung im ZDF: 21.1.2001, 19:30 Uhr, 45 Minuten

Autoren: Gisela Graichen und Jens Dücker

Teilweise basierend auf der Forschung im Rahmen des DFG-Projekts „Evolutionsökologie der Gastropoden des Baikalsees“ (zusammen Prof. Dr. Helmut Keupp, Freie Universität Berlin)

Wissenschaftlicher Hintergrund und Inhalt des Films

Der Titel des Films bezieht sich auf Neutrinos, Elementarteilchen, die als Komponente kos-mischer Strahlung auf die Erde treffen. Tatsächlich handelt der Film von drei unabhängig von-einander agierenden Forscherteams, deren gemeinsames Interesse der Baikalsee ist. Eines dieser Teams beschäftigt sich mit der Neutrinoforschung und nutzt dabei Detektoren, die im Baikalsee versenkt wurden. Das Team der Freien Universität Berlin, unter der Leitung von Frank Riedel, setzt sich hingegen mit dem Baikalsee selbst auseinander. Die Entstehungsge-schichte des Sees ist dabei von zentraler Bedeutung. Wie kamen überhaupt die Robben in den See? Hatte der See einst eine Verbindung mit dem Kaspischen Meer wie Alexander von Humboldt es vermutete? Wie funktioniert das Nahrungsnetz? Der Baikal ist der älteste und tiefste See unseres Planeten und repräsentiert ein natürliches Laboratorium der Evolution. Hier existieren einige tausend Tier- und Pflanzenarten, die nirgendwo sonst auf der Erde zu finden sind. Dieser faszinierenden Vielfalt ist das Team auf der Spur, im Sommer und im Winter, tauchend, unter Wasser und unter Eis, mit dem Forschungsschiff und dem Ruder-boot, und zu Fuß an Land. Denn dort liegen Sedimente, die einst im Baikalsee abgelagert wurden und fossile Reste von Organismen enthalten, welche Aufschluss über die Entwick-lung des Lebens im Baikalsee geben können. Ohne das Verständnis der zeitlichen Dynamik kann man das komplexe ökologische Geflecht des Baikalsees nicht verstehen und folglich auch nicht schützen. Der Baikalsee ist UNESCO Welterbe, und dieses gilt es zu bewahren.

Reichweite und Zuschauerreaktionen

Der Film wurde im ZDF, an einem Sonntagabend, als Teil der ersten Staffel „Humboldts Erben“, zur besten Sendezeit erstmalig ausgestrahlt und von etwa 5 Millionen Menschen geschaut. Es gab einige Wiederholungen, jedoch wohl nicht mehr in jüngerer Zeit. Es folgten, im Vergleich zu späteren Filmen, weniger direkte Zuschauerkontakte, was sicherlich damit zusammen hängt, dass der Service der Fernsehsender inzwischen deutlich besser geworden ist und die Zuschauerinnen und Zuschauer leichter an (E-Mail-) Adressen und Telefonnummern der agierenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gelangen können. Die Darstellung der eigenen Arbeitsgruppe wurde durchgehend positiv bewertet. Das Nebeneinander von verschiedenen, nicht miteinander kommunizierenden, Gruppen von Forschern wurde jedoch teilweise kritisiert.


Baikal

Foto: O. Ulanova