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DEAL-Verhandlungen unterbrochen: Elsevier sperrt Zugang zu aktuellen Artikeln aus ScienceDirect

News vom 16.07.2018

Vorgeschichte

Das Projekt DEAL verfolgt das Ziel, bundesweite Lizenzverträge für elektronische Zeitschriften (E-Journals) großer Wissenschaftsverlage wie Elsevier, Springer Nature und Wiley für Bibliotheken, Universitäten und Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland abzuschließen.

Durch einen Konsortialvertrag auf Bundesebene soll eine finanzielle Entlastung wissenschaftlicher Einrichtungen durch faire Preise erreicht und der Zugang zu wissenschaftlicher Literatur für die Wissenschaft wesentlich verbessert werden.

Dazu gehört auch eine obligatorische Open-Access-Komponente für die Ergebnisse öffentlich geförderter wissenschaftlicher Arbeit.

Die Freie Universität, die Humboldt Universität, die Technische Universität und die Charité Berlin gehören zu den über 200 wissenschaftlichen Einrichtungen, die den Lizenzvertrag mit Elsevier für 2018 nicht verlängert haben. Seit dem 1.1.2018 befindet sich die FU in einem vertragslosen Zustand.

Sachstand Projekt DEAL – SpringerNature (4.12.2018)

Springer Nature und die DEALGruppe sind sich darüber einig, dass der eigentliche DEAL-Vertrag spätestens am 01.07.2019 in Kraft treten soll. Für die Zwischenzeit wird die Versorgung der Einrichtungen auf Basis einer Übergangsvereinbarung für das Jahr 2019 geregelt, die eine erneute Verlängerung der bestehenden Verträge zu den Konditionen von 2018 ohne Preissteigerung für das Jahr 2019 vorsieht. Dies verschafft zusätzlichen zeitlichen Spielraum, um der Komplexität des angestrebten Modells gerecht zu werden und die erforderlichen Workflows zur Umsetzung des Vertrags aufsetzen zu können.

Die Teilnahme an der Übergangsvereinbarung 2019 ist unabhängig von der Teilnahme an einem künftigen DEAL-Vertrag. Sollte eine Einrichtung zwar einen Übergangsvertrag abschließen, aber nicht dem späteren DEAL-Vertrag beitreten, so bleibt der Übergangsvertrag bis 31.12.2019 gültig und die Verrechnung findet nicht statt.

Aktuelle Entwicklung

Am 03.07.2018 hat der bislang letzte Gesprächstermin mit Elsevier im Rahmen der DEAL-Verhandlungen stattgefunden. Die DEAL-Verhandlungsgruppe hatte dabei nach eigenem Bekunden drei Ziele verfolgt:

  1. Verabschiedung eines Memorandum of Understanding (MoU) als Grundlage für die Wiederaufnahme der DEAL-Verhandlungen.
  2. Grundsätzliche Einigung über die finanziellen Rahmenbedingungen und den Leistungsumfang eines künftigen DEAL-Vertrags ab Mitte 2019.
  3. Verhandlung einer Übergangsvereinbarung ab 01.07.2018

Leider hat sich in dem Gespräch am 03.07.2018 aber herausgestellt, dass Elsevier weiterhin und entgegen dem Memorandum of Understanding (MoU) in Bezug auf einen künftigen DEAL-Vertrag nicht dazu bereit ist, einen wissenschaftsadäquaten Leistungsumfang unter den Grundsätzen des Open Access anzubieten, der nachhaltig finanzierbar ist.

Somit ist die Basis für die Verhandlung eines Übergangsvertrags für die zweite Jahreshälfte 2018 aus Sicht der DEAL-Verhandlungsgruppe nicht gegeben, weshalb die Gespräche mit Elsevier erneut unterbrochen worden sind.

Projekt DEAL - Erster Erfolg (15.Januar 2019)

Der erste Vertrag im Rahmen des Projekts DEAL wurde am 15.1.2019 mit dem wissenschaftlichen Verlag Wiley unterzeichnet.

Wiley gehört zu den großen Wissenschaftsverlagen mit denen seit Mitte 2016 über ein "Publish&Read Modell" verhandelt wird. Der Vertrag beinhaltet u.a. Vereinbarungen, die wissenschaftlichen AutorInnen das Open Access Publizieren erleichtern wird und den Online-Zugriff auf die Zeitschriften ab 1997. Genauere Informationen gibt es auf den Seiten der Opens external link in new windowHochschulrektorenkonferenz (HRK) und des Projekts DEAL.

Elsevier sperrt Zugang auf neueste Inhalte

Elsevier hat sich als Reaktion darauf dazu entschlossen, den uneingeschränkten Zugang zu ScienceDirect, der bislang bei laufenden Verhandlungen noch gewährt wurde, zu sperren. Da die FU Berlin zur Unterstützung des DEAL-Projekts den letzten bestehenden Zeitschriftenvertrag mit Elsevier mit Wirkung zum 31.12.2017 gekündigt hat, verlieren wir definitiv den Zugang zu Inhalten, die nach dem 31. Dezember 2017 publiziert wurden bzw. werden (frühere Archivbestände beziehen sich nur auf ausgewählte Journals, für die die FU Berlin zu unterschiedlichen Zeiten Subskriptionen abgeschlossen hatte).

Maßnahmen zur Gewährleistung der Literaturversorgung

Für Artikel, die online nicht zugänglich sind, nutzen Sie bitte legale alternative Beschaffungswege. Dazu zählt zum Beispiel auch der direkte Austausch über Ihre wissenschaftlichen Kontakte.

Die Lücke in der Informationsversorgung kann in den meisten Fällen durch die Universitätsbibliothek über den Lieferdienst der Fernleihe geschlossen werden. Die Fernleihe ist für alle FU-MitarbeiterInnen kostenfrei. 

Für den Fall, dass die erwünschte Literatur nicht über die Fernleihe besorgt werden kann, gibt es Alternativen, die im Rahmen der Notversorgung für FU-Angehörige kostenfrei sind.

Die Universitätsbibliothek sowie auch die MitarbeiterInnen in den Fachbibliotheken werden Sie bei der Beschaffung von benötigten Elsevier-Artikeln gern unterstützen.

Die UB hat ein Team eingerichtet, das Fragen zur Literaturbeschaffung und rund um das Projekt DEAL gern beantwortet.

E-Mail: deal@ub.fu-berlin.de 

Der Zugang zu den Zeitschriften der sogenannten „Freedom Collection" bzw. und zu aktuellen Inhalten 2017/2018 ist gesperrt.

Alternative Beschaffungswege für Zeitschriftenartikel

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