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SARS-CoV-2 Rahmenhygieneplan für den Hochschulbetrieb unter Pandemiebedingungen an der Freien Universität Berlin

News vom 09.10.2020

SARS-CoV-2 Rahmenhygieneplan für den Hochschulbetrieb unter Pandemiebedingungen an der Freien Universität Berlin

1. Vorbemerkungen

Der Hochschulbetrieb an der Freien Universität Berlin, insbesondere der Lehr-, Forschungs-, Prüfungs-, Bibliotheks- und Verwaltungsbetrieb sowie die Öffnung der ZE BGBM und der Mensen des Studierendenwerkes Berlin richten sich unmittelbar nach den im Berliner Stufenplan für den Hochschulbetrieb unter Pandemiebedingungen formulierten Grundsätzen und Verfahrensabläufen, der jeweils geltenden SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung sowie den hierzu von der Senatskanzlei veröffentlichten Informationen zu Corona-Maßnahmen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Darüber hinaus sind die Hinweise und Regelungen

zu beachten.

Der Rahmenhygieneplan ist in den Einrichtungen und Bereichen der Universität im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung an die jeweiligen örtlichen Verhältnisse anzupassen und zu konkretisieren (§ 5 ArbSchG). Zuständig hierfür sind die jeweiligen Leitungen der Einrichtungen und Arbeitsbereiche, denen die Verantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz in gemäß § 13 Absatz 2 ArbSchG übertragen wurde, in enger Zusammenarbeit und mit fachlicher Unterstützung der Dienststelle für Arbeitssicherheit der Freien Universität Berlin sowie den zuständigen Ärztinnen und Ärzten des Arbeitsmedizinischen Zentrums der Charité.

Der zeitliche Anwendungsbereich dieses SARS-CoV-2 Rahmenhygieneplans ist befristet auf den gemäß § 5 Infektionsgesetz festgestellten Zeitraum der epidemischen Lage von nationaler Tragweite.

2. Grundlegende Maßnahmen

In allen Einrichtungen und Bereichen der Freien Universität Berlin sind die jeweils geltenden Vorgaben der SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung des Landes Berlin sowie des Berliner Stufenplans für den Hochschulbetrieb unter Pandemiebedingungen, insbesondere deren Vorgaben zu Verhaltens- und Hygienemaßnahmen sowie zur Anwesenheitsdokumentation zu beachten.

Darüber hinaus sind die einschlägigen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts, des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zum Infektionsschutz in der jeweils aktuellen Fassung und die Vorgaben der jeweiligen Gesundheits- und Arbeitsschutzbehörden sowie wirksame Schutzvorschriften zur Hygiene (z.B. „AHA-Formel“) und des Arbeitsschutzes zu berücksichtigen und einzuhalten.

Ziele der zu veranlassenden Schutzmaßnahmen sind nach Maßgabe der vorgenannten Regelungen die Reduzierung der Anzahl ungeschützter Kontakte zwischen Personen (auch indirekter Kontakt über Oberflächen) sowie die Verringerung der Konzentration an luftgetragenen Viren in den Atembereichen. Geeignete Maßnahmen hierfür sind insbesondere die Einhaltung der Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern Abstand zu anderen Personen, zusätzliche Maßnahmen zur Steuerung des Zutritts, der Vermeidung von Warteschlangen und die Beachtung des Abstandsgebots bei Ansammlungen von Menschen, das Arbeiten in festen Teams, die Trennung der Atembereiche durch technische Maßnahmen, die Nutzung von Fernkontakten, die verstärkte Lüftung, die Isolierung Erkrankter, eine intensivierte Oberflächenreinigung und zusätzliche Handhygiene.

Nach dem an den Berliner Hochschulen angewendeten Berliner Stufenplan für den Hochschulbetrieb unter Pandemiebedingungen besteht auf den Verkehrswegen und Gemeinschaftsflächen in Gebäuden (z. B. auf Fluren und in Foyers) die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. In Lehrveranstaltungen und Prüfungen wird das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes dringend empfohlen und kann je nach Situation auch verbindlich vorgeschrieben werden. Die Pflicht/Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gilt nicht für Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können. Dies ist auf Nachfrage zu belegen.

Darüber hinaus ist in allen Situationen, in denen die Einhaltung der Abstandsregelung nicht möglich ist, ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zum gegenseitigen Schutz obligatorisch.

3. Persönliche Hygiene

Die Hauptübertragungswege für die Corona Infektion sind die respiratorische Aufnahme virushaltiger Flüssigkeitspartikel, die beim Atmen, Husten, Sprechen und Niesen entstehen, sei es als Tröpfchen oder Aerosol sowie die Kontaktübertragung (siehe „SARS-CoV-2 Steckbrief“ des RKI).

Es wird auf die Veröffentlichungen des Robert Koch-Instituts, des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zum Infektionsschutz hingewiesen.

Mitglieder und Angehörige der Freien Universität Berlin, insbesondere Beschäftigte und Studierende, die Symptome einer Atemwegserkrankung aufweisen oder sonstige mit COVID-19 zu vereinbarende Symptome, sollen sich entsprechend der im Berliner Stufenplans für den Hochschulbetrieb unter Pandemiebedingungen dargestellten Systematik verhalten.

In allen Einrichtungen der Freien Universität sind ausreichend Möglichkeiten zum Hände waschen vorhanden. Regelmäßiges gründliches Händewaschen (mindestens 20 Sekunden lang mit reichlich Seife), insbesondere vor Arbeitsbeginn, -ende, nach jedem Toilettengang, nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen, bei sonstiger Verunreinigung sowie vor und nach der Benutzung von Handschuhen, ist unerlässlich (siehe www.infektionsschutz.de/haendewaschen). Die Seifenspender in den Universitätsgebäuden werden vom Reinigungsdienst regelmäßig neu befüllt. Sollten die Spender dennoch einmal leer sein, wenden Sie sich an den jeweiligen Hausmeisterdienst oder senden Sie eine E-Mail an die Haus- und Grundstücksverwaltung der FU-Berlin, Abt. III D, E-Mail dienstleistung@zuv.fu-berlin.de.

Das sachgerechte und regelmäßige Desinfizieren der Hände ist vor allem dann sinnvoll, wenn ein gründliches Händewaschen nicht möglich ist. Dazu muss Desinfektionsmittel in ausreichender Menge in die trockene Hand gegeben und bis zur vollständigen Abtrocknung ca. 30 Sekunden in die Hände einmassiert werden. Desinfektionsspender finden Sie insbesondere in den Eingangs- und Sanitärbereichen in den Universitätsgebäuden.

Wir bitten die Hinweise des Bundesamtes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie die Tipps für die Handhabung von Mund-Nasen-Bedeckungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu beachten.

4. Raumhygiene

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen ausreichend Abstand (mindestens 1,5 Meter) halten. Mehrfachbelegungen von Räumen sollten durch Maßnahmen der Arbeitsorganisation weitestgehend vermieden werden.

Bei einer Mehrfachbelegung von Arbeitsräumen sind die Hinweise der ASR A1.2 „Raumabmessungen und Bewegungsflächen“ zu beachten. Darüber hinaus ist der Mindestabstand einzuhalten. In Bereichen mit häufigem Publikumsverkehr oder wenn der Mindestabstand nicht dauerhaft eingehalten werden kann, fordert die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel eine Trennung der Atembereiche durch entsprechende technische Maßnahmen (Tz. 4.2.1), etwa transparente Abtrennungen.

5. Lüftung

Bei freier Lüftung über Fenster empfiehlt Tz. 5.4 der ASR A3.6 als Anhaltswert ein Lüftungsintervall in Büroräumen bei Stoßlüftung (z.B. durch Querlüftung, durch vollständig geöffnete Fenster, keine Kipplüftung) von 60 Minuten und in Besprechungsräumen von 20 Minuten. Je nach Außentemperatur soll die Lüftungsdauer hiernach mindestens 3 Minuten im Winter, 5 Minuten im Herbst und Frühling und 10 Minuten im Sommer betragen. Sofern die Außentemperatur dies zulässt, kann eine zusätzliche Kipplüftung zwischen den Lüftungsintervallen das Infektionsrisiko zusätzlich reduzieren.

6. Reinigung

Die Unterhaltsreinigung wird von den beauftragten Fachunternehmen nach den geltenden Standards sowie fachgerecht und hygienisch einwandfrei durchgeführt.

Ergänzend dazu ist zu beachten, dass die Infektiosität von Corona Viren auf unbelebten Oberflächen in Abhängigkeit von Material und Umweltbedingungen wie Temperatur, Feuchtigkeit und UV-Einwirkung generell rasch abnimmt. Nachweise über eine Übertragung durch Oberflächen im öffentlichen Bereich liegen bisher nicht vor.

Aus diesem Grund werden die Oberflächen lediglich gereinigt, denn eine routinemäßige Flächendesinfektion wird auch in der jetzigen COVID-Pandemie durch das RKI nicht empfohlen. Wird eine Desinfektion im Einzelfall von der Dienststelle Arbeitssicherheit bzw. den Betriebsärztinnen als notwendig erachtet, so sollte diese ausschließlich als Wischdesinfektion mit einer kalten Lösung durchgeführt werden. Die Einwirkzeit, bzw. Benetzungszeit ist zu beachten.

7. Zutritt betriebsfremder Personen zu den Einrichtungen der Universität

Der Zutritt universitätsfremder Personen richtet sich unmittelbar nach den im Berliner Stufenplan für den Hochschulbetrieb unter Pandemiebedingungen formulierten Grundsätze und Verfahrensabläufen sowie der jeweils geltenden SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung. Universitätsfremde Personen sind über die Maßnahmen zu informieren, die aktuell hinsichtlich des Infektionsschutzes gelten.

8. Hygieneregeln für Lehre und Forschung

Die im Berliner Stufenplan für den Hochschulbetrieb unter Pandemiebedingungen formulierten Grundsätze und Verfahrensabläufe sind einzuhalten.

Für Veranstaltungen, die in Präsenz durchgeführt werden, muss eine Anwesenheitsdokumentation zur Nachverfolgung evtl. SARS-CoV-2-Infektionen durch die Gesundheitsbehörden geführt werden. Die Anwesenheitsdokumentation muss folgende Angaben enthalten:

Vor- und Familienname, Telefonnummer, Bezirk oder Gemeinde des Wohnortes oder des Ortes des ständigen Aufenthaltes, vollständige Anschrift oder E-Mail-Adresse, Anwesenheitszeit und gegebenenfalls Platz- oder Tischnummer. Die Daten sind für die Dauer von vier Wochen aufzubewahren und der zuständigen Behörde auf Verlangen auszuhändigen. Nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist ist die Anwesenheitsdokumentation datenschutzgerecht zu löschen oder zu vernichten.

Es gilt das Konzept der Charité für Hygienemaßnahmen für die Durchführung von Präsenzprüfungen im Rahmen der COVID-19-Pandemie in ihrer jeweils aktuellen Fassung.

9. Bibliotheken

Die Bibliotheken sind im Rahmen der jeweils geltenden SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung unter Beschränkung und Steuerung der Zugangszahlen nach Maßgabe der jeweiligen baulichen Verhältnisse und der hieraus abzuleitenden individuellen Hygienekonzepte geöffnet. Die maximale Personenzahl pro Raum ist aus der jeweiligen Verkehrsfläche und dem Mindestabstand von 1,5 Metern zu errechnen und darf nicht überschritten werden.

10. Arbeitsmedizinische Vorsorge und Schutz besonders gefährdeter Personen

Die Beschäftigten können sich im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge individuell vom Arbeitsmedizinischen Zentrum der Charité beraten lassen, insbesondere zu besonderen Gefährdungen aufgrund einer Vorerkrankung oder einer individuellen Disposition, Ängsten und psychische Belastungen. Sofern bei einzelnen Beschäftigten ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer COVID-19-Erkrankung besteht, ist eine Gefährdungsbeurteilung im Einzelfall vorzunehmen, in deren Rahmen, in Abstimmung mit den Ärztinnen und Ärzten des Arbeitsmedizinischen Zentrums der Charité und der Dienststelle Arbeitssicherheit, die erforderlichen und möglichen Maßnahmen zu treffen sind, um ein mögliches Ansteckungsrisiko zu minimieren.

Wir verweisen zudem auf die Empfehlungen des Robert Koch Instituts, des Ausschusses für Arbeitsmedizin (AfAMed), die Empfehlung „Umgang mit aufgrund der SARS-CoV-2-Epidemie besonders schutzbedürftigen Beschäftigten“ des BMAS sowie die Rundschreiben der Senatsverwaltung für Finanzen zu den Arbeits- und dienstrechtlichen Aspekten beim Umgang mit den Auswirkungen der anhaltenden SARS-CoV-2-Pandemie.

Der Ausschuss für Mutterschutz stuft den regelmäßigen Kontakt von Schwangeren zu einer größeren Anzahl an Personen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie als unverantwortbare Gefährdung ein, wenn nicht konsequent alle erforderlichen Schutz- und Hygienemaßnahmen eingehalten werden können. Danach müssen organisatorische und ggf. technische Schutzmaßnahmen ergriffen werden, die gewährleisten, dass der Mindestabstand von 1,5 m sowie die geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen stets sicher eingehalten werden. Ist dies nicht möglich, so ist zu prüfen, ob Schwangere einen Einzelarbeitsplatz erhalten oder im Homeoffice arbeiten können.

11. Handlungsanweisungen für Verdachtsfälle

Die im Berliner Stufenplan für den Hochschulbetrieb unter Pandemiebedingungen dargestellte Systematik ist zu beachten.

12. Beratungsangebote für Beschäftigte der Freien Universität Berlin

Die besondere Krisensituation führt bei vielen Beschäftigten auch zu Besorgnis. Die psychologische Beratung, die Sozialberatung und/oder der Dual Career und Family Service stehen für Gespräche zur Verfügung. Der Datenschutz und Ihre Anonymität bleiben dabei bewahrt.

Das Angebot zur Krisenberatung für Beschäftigte ist auf der Webseite der Freien Universität Berlin unter www.fu-berlin.de/krisenberatung veröffentlicht.

Das Beratungsteam ist direkt unter der E-Mailadresse krisenberatung@fu-berlin.de erreichbar.

13. Unterweisung und aktive Kommunikation

Über die eingeleiteten Präventions- und Arbeitsschutzmaßnahmen wird fortlaufend auf den Webseiten der Freien Universität Berlin berichtet. Die Führungskräfte unterweisen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hinblick auf die Einhaltung der erforderlichen zentralen und dezentralen Hygieneregeln und Hygienemaßnahmen (siehe § 12 ArbSchG).

Schutzmaßnahmen sind zu erläutern und Hinweise (Hinweisschilder, Aushänge, Bodenmarkierungen etc.) verständlich zu machen. Auf die Einhaltung der persönlichen und organisatorischen Hygieneregeln (Abstandsgebot, „Hust- und Niesetikette“, Handhygiene, PSA) ist hinzuweisen.

Die Unterweisung ist nach § 4 der Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (DGUV Vorschrift 1) schriftlich zu dokumentieren.

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