Sulfataerosol-Effekt

Übersicht der wichtigsten möglichen Ursachen von Klimaänderungen
Übersicht der wichtigsten möglichen Ursachen von Klimaänderungen
Bildquelle: In Anlehnung an Schönwiese 1995, S. 119

Neben den Treibhausgasen sind Aerosole für das Klimasystem und damit für Klimaänderungen von Bedeutung. Die anthropogenen Aerosolemissionen entstammen den unterschiedlichsten industriellen Prozessen, dem Verkehr und der Landwirtschaft. Große Bedeutung im globalen Maßstab besitzen Waldbrände und Brandrodung. Insgesamt ist die Emission von Schwefelverbindungen durch Verbrennungsprozesse mit ca. 100 Mio. t/a etwa doppelt so hoch wie die natürliche Freisetzung.
Die klimatologische Wirkung der Aerosole ist vielfältig: Sie können als Kondensationskerne fungieren, absorbieren oder streuen einfallende Sonnenstrahlung oder verändern durch chemische Prozesse an ihrer Oberfläche die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre. Von daher sind quantitative Angaben zu den Auswirkungen der Aerosolemissionen heute noch relativ unsicher. Selbst das Vorzeichen des jeweiligen Strahlungsantriebes der Aerosole ist heute noch größtenteils unbekannt.
Die Wirkung des Sulfataerosols ist aber inzwischen weitgehend bekannt. Da es kaum im sichtbaren Spektralbereich absorbiert, dominieren Streuungsvorgänge. Diese Reflektion von Solarstrahlung bedeutet eine Abkühlung des Systems Erde-Atmosphäre. Demnach kann dem Sulfat bereits relativ gesichert ein abkühlender Effekt zugeschrieben werden, so dass dieser dem anthropogenen Treibhauseffekt entgegenwirkt (Temperaturerhöhung nur um 0,6 K) (Schönwiese 2003, S. 341/342).

Dies waren nur einige Beispiele der vielfältigen anthropogenen Einflussnahme auf das Klima der Erdoberfläche. Zusammen mit den natürlichen Ursachen wurden somit einige wichtige Ursachen für Klimaschwankungen in diesem Kapitel erläutert.