Anthropogener Treibhauseffekt

Anthropogen emittierte Spurengase, deren Entwicklung seit 1800 und ihre jeweiligen Klimasignale
Anthropogen emittierte Spurengase, deren Entwicklung seit 1800 und ihre jeweiligen Klimasignale
Bildquelle: Daten entnommen aus Schönwiese 2003, S. 337/338/349.
Sie können sich einen aktuellen Beitrag über die zur Reduzierung der anthropogenen Treibhausgase getroffenen Maßnahmen anhören.

In Abgrenzung zu dem auch natürlich stattfindenden Treibhauseffekt wird der zusätzliche Treibhauseffekt, der aufgrund der menschlichen Zufuhr klimawirksamer Gase in die Atmosphäre entsteht, als anthropogener Treibhauseffekt bezeichnet. Dabei erhöhen die menschlichen Aktivitäten zum einen die Anteile der auch auf natürlichem Wege in die Atmosphäre gelangenden Gase (natürliche Treibhausgase): Kohlendioxid, Methan, Distickstoffoxid und troposphärisches Ozon. Zum anderen emittiert der Mensch zusätzliche Gase, die sogenannten neuen Treibhausgasewie Flourchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) und Chlorflourmethane (CFM) (vergleiche Tabelle).

Wirkungen der anthropogenen Emission von Treibhausgasen auf das Klima

Allein aus physikalischen Gründen muss diese Zufuhr an klimawirksamen Gasen und die daraus resultierende Veränderung der Zusammensetzung der Atmosphäre den Strahlungs- und Wärmehaushalt der Atmosphäre und damit die atmosphärische Zirkulation und das Klima verändern. Dabei fällt allgemein der Beitrag der einzelnen Treibhausgase zum anthropogenen Treibhauseffekt unterschiedlich aus. Für das hier bedeutendste Spurengas CO2 wurde anhand von Klimamodellierungen die Auswirkung der CO2- Emissionen auf die Temperatur relativ einheitlich ermittelt: Erhöhung der global gemittelten bodennahe Lufttemperatur im Falle einer Verdoppelung der CO2- Konzentration gegenüber dem vorindustriellen Niveau um 1,2K. Jedoch sind in diesem Wert keine Rückkoppelungsmechanismen berücksichtigt. Vor allem aufgrund der unterschiedlichen Einschätzungen der Auswirkungen des Wasserdampfes wird für die Gesamtsimulation eine Spannweite von 2,1-5,1 K angegeben (Schönwiese 2003, S. 340).

Ergänzungen zur Tabelle:
* Schätzwert; ** gemittelt; *** Zeithorizont 100a Als Strahlungsantriebe werden dabei die Veränderungen der Strahlungsbilanz an der Tropopause, die sich durch die jeweiligen Einflussfaktoren bzw. Störungen der Energieflüsse im Subsystem Erde-Atmosphäre ergeben, bezeichnet.