Radiocarbon-Methode

Die Radiocarbondatierungsmethode wurde in den 1950er Jahre entwickelt. Diese gehört zu den radiometrischen Bestimmungsmethoden. Mit diesen Methoden lässt sich das Alter von Materialien aufgrund der Verwandlung radioaktiver Elemente ermitteln. Bei der Radiocarbondatierung ist das radioaktive Element das Kohlenstoffisotop 14C. Es wird bei Kernreaktionen der kosmischen Strahlung mit Stickstoff in der oberen Atmosphäre erzeugt. Über die Assimilation der Pflanzen und die Nahrungsketten der Lebewesen wird 14C in lebendes organisches Gewebe eingebaut.

Prinzip:

Sie beruht auf dem unterschiedlichen Mengenverhältnis an Isotopen des Kohlenstoffs in lebenden und toten Organismen. Isotope sind Angehörige des gleichen chemischen Elementes, die aber ein unterschiedliches spezifisches Gewicht aufweisen. Dieses ist durch die Anzahl der Bausteine im Atomkern festgelegt (Massenzahl). In lebenden Organismen treten das radioaktive Kohlenstoffisotop 14C und das stabile Kohlenstoffisotop 12C in einem konstanten Mengenverhältnis auf. Nach dem Tod des Organismus verschiebt sich dieses Verhältnis durch den Zerfall des radioaktiven Kohlenstoffs mit einer konstanten prozentualen Rate. Die Halbwertszeit, nach der die Hälfte des ursprünglich vorhandenen radioaktiven Kohlenstoffs zerfallen ist, beträgt 5730 Jahre.

Anwendung:

Diese Methode wird bei organischen Materialien (z.B. Holzkohle, Knochen, Muschelschalen, Torf, Humus) angewendet. Dabei wird aus dem in den erhaltenen Resten enthaltenen Mengenverhältnis der beiden Isotope das absolute Alter der Substanz abgeleitet. Die Altersbestimmung anhand der Radiocarbondatierung ist bis zu etwa 50.000 Jahren alten Substanzen relativ zuverlässig.