Morphologische Klimazeugen

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Da die geomorphologischen Prozesse insbesondere auch vom Faktor „Klima“ gesteuert werden, können sich – unter bestimmten Bedingungen – die Klimabedingungen vergangener Perioden anhand charakteristischer morphologischer Formen zeigen. Diese Wirkungen vergangener Klimate ist zentraler Forschungsgegenstand der klimagenetischen Geomorphologie. Jedoch muss nicht zwangsläufig jede Klimaänderung auch eine geomorphologisch signifikante Prozessänderung verursacht und sich damit in anderen morphologischen Formen niedergeschlagen haben.

Beispiele:

  • Strandterrassen von Seen in heute ariden Gebieten können als Indiz für Pluvialzeiten in der Vergangenheit herangezogen werden.
  • Kare und Oser als Gletscherbildungen können als Zeugen für Eiszeiten dienen.

Klimazeugen können demnach wertvolle Informationen über frühere Klimabedingungen liefern. Zudem konnten diese in jüngerer Zeit anhand der mittels physikalischer Methoden gewonnen Daten oftmals bestätigt werden.

Dennoch sollte berücksichtigt werden, dass stets eine gewisse Unsicherheit bei der Deutung von Klimazeugen besteht. Diese resultieren beispielsweise aus der Möglichkeit, dass sich die Klimaansprüche einer Pflanze oder eines Tieres (Bsp.: Mammut) ändern können oder eine Selektion bei der Fossilisation eintritt, die folglich das ursprüngliche Bild der Flora und Fauna verwischen kann.