Das Holozän

Gliederung des Holozäns und Temperaturgang
Gliederung des Holozäns und Temperaturgang
Bildquelle: Datengrundlage: Schönwiese 1995, S. 92.

Mit dem Ende der Weichseleiszeit begann 11.000 Jahre vor heute das Holozän, eine Warmzeit, die bis heute andauert. Doch auch in diesem Zeitraum war das Klima Schwankungen unterschiedlichen Ausmaßes unterworfen, wenn auch deutlich geringeren als das vorangegangene Weichsel-Glazial sowie das Eem- Interglazial. Die wärmste Phase, das postglaziale Optimum um 6.000 Jahre vor heute, fällt ins Atlantikum. Spätere Klimagunst- und Ungunstphasen lassen sich häufig mit historischen Ereignissen korrelieren. So spricht man beispielsweise vom Optimum der Römerzeit (um 2.000 Jahre vor heute), dem Pessimum der Völkerwanderung (um 1.500 Jahre vor heute) sowie dem mittelalterlichen Optimum (um 1.000 Jahre vor heute). Hervorzuheben ist also, dass es im Verlauf des Holozäns bereits mehrere Phasen gab, in denen es im Mittel sowohl kälter, aber auch wärmer war als heute (vergleiche folgende Abbildung). Die Klimagunst des mittelalterlichen Optimums (1 bis 1,5°C höhere Jahresmitteltemperaturen als heute) äußerte sich unter anderem auch in der Verbreitung der Weinanbaugebiete. So wurde beispielsweise auch im Kloster Chorin bei Eberswalde (Brandenburg) oder in Südengland Wein angebaut. Im Spätmittelalter setzte dann jedoch eine Abkühlung ein, Sturmfluten und Hungersnöte in Folge von Missernten häuften sich. Die Verschlechterung der Lebensbedingungen während der folgenden Kleine Eiszeit führte zu mehreren Auswanderungswellen in neu entdeckte Länder. Die kleine Eiszeit, die bis 1850 andauerte, war gekennzeichnet durch eine im Vergleich zu heute um etwa 1°C kältere Jahresmitteltemperatur in Europa. Verbreitet kam es zu Gletschervorstößen.

In die ausgehende Kleine Eiszeit fällt der Beginn der direkten instrumentengestützten Klimabeobachtung. Betrachtet man nun die Temperaturentwicklung, für die eine genügende Flächenabdeckung erst seit 1850 gegeben ist, so ist ein Erwärmungstrend deutlich zu erkennen. Die Angaben zum Temperaturanstieg für hemisphärische und globale Mittelwerte schwanken je nach Autor um einen Wert von 0,5°C für die letzten 150 Jahre (Alle Daten für den Abschnitt 3.2 nach Schönwiese 1995).