Das quartäre Eiszeitalter

Das Quartär umfasst in etwa die letzten zwei Millionen Millionen Jahre und beschreibt einen Zeitraum, der durch extreme Klimawechsel geprägt ist. Kaltzeiten und Glazialzeiten wechselten mit den dazwischen liegenden Warmzeiten beziehungsweise Interglazialen. Innerhalb der Glaziale unterscheidet man zwischen kälteren, mit Gletschervorstößen verbundenen Abschnitten, den Stadialen und wärmeren Abschnitten, den Interstadialen, in denen die Gletscher teilweise zurücktauten.

Stadial (auch Stadium): Als Stadiale bezeichnet man die kälteren Abschnitte einer Eiszeit, in denen es zu Eisausbreitung kommt. Sie werden von den Interstadialen unterbrochen. Innerhalb eines Stadials können wiederum verschiedene Eisvorstöße auftreten, die man als Phasen bezeichnet. Kältere Abschnitte einer Eiszeit, die durch ein Stagnieren der Gletscher gekennzeichnet sind bezeichnet man als Staffeln.

Interstadial: Als Interstadiale bezeichnet man die wärmeren Abschnitte einer Eiszeit, in denen keine Eisausbreitung stattfindet. Die Gletscher tauen teilweise zurück, es kommt jedoch (im Gegensatz zum Interglazial) nicht zu einer Wiederbewaldung der eisfrei gewordenen Flächen.

Mehrfach drangen im Quartär Inlandeismassen aus Skandinavien von Norden bis an den Mittelgebirgsrand und die alpinen Gletscher von Süden in das Alpenvorland vor. Dabei kam es zur Ablagerung bis zu mehrere hundert Meter mächtiger Sedimente und zur Entwicklung des heutigen Landschaftsbildes. Auf die geomorphologische Bedeutung der pleistozänen Eiszeiten soll an dieser Stelle jedoch nicht näher eingegangen werden. Auf eine differenziertere Darstellung der verschiedenen Glaziale und Interglaziale wird an dieser Stelle ebenfalls verzichtet. Hinsichtlich der Stratigraphie insbesondere der letzten zwei Glaziale für Norddeutschland sei hier ausdrücklich auf das Kapitel Glazialmorphologie im Themenbereich Geomorphologie verwiesen.