Die paläoproterozoische Vereisung

Bereits kurz nach dem Übergang vom Archaikum zum Proterozoikum gab es einen Zeitraum ausgedehnter Inlandsvereisungen: die paläoproterozoische Vereisung. Manche Autoren verwenden für diese andere Bezeichnungen: archaisches Eiszeitalter (aufgrund unterschiedlicher Gliederung des Erdzeitalters) oder huronische Eiszeit (aufgrund der wichtigsten Zeugenregion). Die paläoproterozoische Vereisung wird auf circa 2,3 Milliarden Jahre vor heute datiert und fand höchstwahrscheinlich global statt. Nachweise für diese frühe Eiszeit lassen sich weltweit finden: in Südkanada, Wyoming, Finnland, Südafrika oder Indien. In Südkanada (nahe des Huron-Sees) gibt es Aufschlüsse in den paläoproterozoischen Gletscherablagerungen, anhand deren Schichtenabfolge (sogenannte Gowganda-Formation) sich die Gletscherbewegungen gut rekonstruieren lassen. Die feingeschichteten Tonsteine sind Bändertone, die in stehenden Gewässern vor den Gletschern abgelagert wurden. Einige enthalten dropstones, die beim Abschmelzen von Treibeis, das sich von der Gletscherfront losgelöst hatte, auf den Boden sinken. Diese Tonsteine wechsellagern mit fossilen Blocklehmen (Tillite), die das periodische Vordringen der Gletscher in den Wasserkörper widerspiegeln.