Eiszeitalter der Erdgeschichte und deren Rekonstruktion

Während der gesamten Erdgeschichte hat es immer wieder Vereisungen unterschiedlicher regionaler Ausbreitung gegeben (vergleiche Abbildungen in den Kapiteln 2.2, 3.1). Forschungen zur Klimageschichte jedoch, wurden erst seit der Zeit der Aufklärung im 17. Jahrhundert möglich. Vorher galt die Erde als von Gott geschaffen und unveränderlich – eine These, die heute noch von den sogenannten Kreationisten vertreten wird.

Seitdem besteht Interesse daran, sowohl Methoden der Rekonstruktion des vorzeitlichen Klimas zu entwickeln als auch Daten zum „derzeitigen“ Klima zu erheben. Daher stehen für Untersuchungen der Klimageschichte direkte Informationsquellen, vor allem Messdaten, erst seit ungefähr 200 Jahren zur Verfügung. Daten zur Rekonstruktion der früheren Klimabedingungen müssen auf überwiegend indirekte Weise erlangt werden. Dies stellt die Aufgabe der Paläoklimatologie dar.

Die Paläoklimatologie kann allgemein als die Lehre vom Klima der Vorzeit definiert werden. Sie gehört sowohl zur Geologie als auch zur Klimatologie und Meteorologie und berührt sich auch sonst mit zahlreichen naturwissenschaftlichen Teilgebieten – wie zum Beispiel der Geographie. Demnach ist für die Paläoklimatologie insbesondere eine interdisziplinäre Arbeitsweise kennzeichnend.

Die Rekonstruktionsmethoden der Paläoklimatologie werden auf den folgenden Seiten kurz vorgestellt.