Veränderte Häufigkeiten und Intensitäten von Extremereignissen

Hochwasserereignis im Kulfo, Süd-Äthiopien
Hochwasserereignis im Kulfo, Süd-Äthiopien
Bildquelle: Krause 2003
Hurrikan Katrina im Jahr 2005
Hurrikan Katrina im Jahr 2005
Bildquelle: NOAA 2005

Im Rahmen der aktuellen Kimawandel-Debatte beschäftigt Wissenschaftler und Öffentlichkeit insbesondere auch das Eintreten von Extremereignissen wie Hochwasser, Stürme oder Dürren. Werden gegenwärtig Extremereignisse häufiger und intensiver? Falls ja, in welchem Zusammenhang stehen diese Veränderungen mit dem diskutierten Klimawandel? Dabei ist es bei der Erforschung und Prognose von Extremereignissen grundsätzlich unzulässig, von einzelnen Wetter- oder Witterungsereignissen auf langfristige Klimatrends zu schließen. Vielmehr müssen Zeitreihen von einigen Jahrzehnten analysiert werden. In neueren Studien werden folgende Beobachtungen angestellt: Längerfristig sind Extremereignisse zwar relativ selten, aber doch immer wieder aufgetreten, in vorindustreller Zeit sogar in viel heftigerem Ausmaß als heute. Dafür steht für Deutschland zum Beispiel das "Jahrhunderthochwasser" 1342.

Entwicklungstrends von Extremereignissen

Hochwasserereignisse

Für die Häufigkeitsentwicklung von Hochwasserereignissen kann für Mitteleuropa kein allgemein gültiger Trend ausgemacht werden: In einigen Fluss-Systemen haben sich Hochwasser nicht öfter als früher ereignet (z.B. Rheineinzugsgebiet), in anderen lässt sich eine Zunahme beobachten (z.B. Elbe).

Niederschlagsextrema

Für die Häufigkeitszunahme von Niederschlagsextrema liegen bereits Indizien vor: Dort, wo der Niederschlag zunimmt, ist dies mit einer Zunahme der Häufigkeit extremer Niederschlagsmonate bzw. -tage verbunden. Für Deutschland wurde eine signifikante Zunahme extremer Niederschlagsmonate (v.a. im Frühjahr und Winter) in den letzten 100 Jahren verzeichnet (Schönwiese 2004, S. 8).

Stürme

Für zuverlässige Aussagen zur Entwicklung von Häufigkeiten und Intensitäten von Stürmen größeren Maßstabes ist die Datenlage heute noch nicht ausreichend. Neuere Erkenntnisse vermuten für das vergangene Jahrzehnt eine Abnahme der Zahl und Dauer von Stürmen trotz steigender Temperaturen des Ozeanoberflächenwassers, welche die Stürme speisen. Eine Ausnahme hiervon stellt jedoch die Zunahme der Hurrikane im Nordatlantik in den letzten 35 Jahren: sind in den 70er Jahren durchschnittlich zehn Hurrikane der Kategorie 4-5 (entspricht der Stärke des Hurrikan Katrina, vergleiche Abbildung) aufgetreten, beträgt deren Zahl seit 1990 im Mittel 18 pro Jahr (SZ vom 16.09.2005, S. 12). Zur globalen Beurteilung von Veränderungen im Eintreten von Extremereignissen können auch die Statistiken der Rückversicherer dienen. Diese zeigen eine deutliche Zunahme der versicherten Schäden. Allerdings wird dies auch durch nicht-klimatologische Faktoren hervorgerufen. Lassen sich bei Trendanalysen wie für diese beispielhaft dargestellten Phänomene, Abweichungen zu vergangenen Zeiten feststellen, ist der - alleinige - Rückschluss auf Klimaänderungen aufgrund der vielfältigen Interaktionen innerhalb des Klimasystems keineswegs immer möglich. Für die Wissenschaftler bilden solche beobachten Entwicklungen und deren Analysen schließlich die Basis für Zukunftsprognosen mittels Klimamodellierungen. Auf die jüngsten Forschungen kann hier nicht detaillierter eingegangen werden. Wir empfehlen hierfür die einschlägigen geowissenschaftlichen Fachzeitschriften und die Internetseiten der Forschungsinstitute (z.B. das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).