Auswirkungen auf Flora und Fauna

Polwärtige Ausbreitung der Taiga-Vegetation in die Tundra-Vegetationszone
Polwärtige Ausbreitung der Taiga-Vegetation in die Tundra-Vegetationszone
Bildquelle: oben: Tanichev 2004, unten: Schütt 2001

Klimaänderungen können auch Auswirkungen auf die Vegetation und Tierwelt der Erdoberfläche haben: Veränderungen des Artenbestandes einer Region oder veränderte Vegetationsperioden können unter anderem die Folge von modifizierten Niederschlags- und Temperaturbedingungen sein.

In einer niederschlagsreicheren Periode vor 4.200-7.700 Jahren lag beispielsweise die untere Baumgrenze auf der Arabischen Halbinsel um 800-900 m niedriger als gegenwärtig (Barth & Strunk 2004, S. 44). Ungefähr zu derselben Zeit, vor 5.000 6.000 Jahren, führte diese Pluvialzeit auch zum sogenannten Grünen Sahara-Phänomen (nach Schönwiese 2003).

Für die gegenwärtig angenommene Klimaänderung sind die Reaktionen der Fauna und Flora bislang nur relativ kleinräumig und partiell untersucht. In den Schweizer Alpen wurde aktuell eine anwachsende Artenanzahl der Gipfelvegetation festgestellt, die auf die Klimaerwärmung zurückgeführt wird. Für einen anhaltenden Erwärmungstrend wird eine polwärtige Ausbreitung wärmeliebender Arten prognostiziert. So wurde für den hohen Norden eine Wanderung der subarktischen Baumgrenze nach Norden modelliert, bei der es in den heutigen Tundrengebieten zur Taiga-Waldentwicklung kommt (vergleiche Abbildung).

Diese Beispiele können verdeutlichen, wie Änderungen der Vegetation einer spezifischen Region als - biologische - Klimazeugen herangezogen werden können.