Veränderung der Eisbedeckung der Erdoberfläche

Der Rhonegletscher im Vergleich der Jahre 1977 (oben) und 2000 (unten)
Der Rhonegletscher im Vergleich der Jahre 1977 (oben) und 2000 (unten)
Bildquelle: Böse 1977 & 2000

Klimaänderungen können eine Veränderung der Eisbedeckung auf der Erdoberfläche auslösen; dass heißt, zu einem veränderten Flächen- und Volumenanteil an Eis führen, das in Gebirgsgletschern, Inland- und Meereseis gebunden ist.

So ist in Kaltzeiten eine große Menge des global vorkommenden Wassers in Gletschern und Inlandeisen gespeichert. Während des quartären Eiszeitalters zum Beispiel, entsprach das Volumen der Eisbedeckung ungefähr dem dreifachen des heutigen (Ahnert 1996, S.67). Bei den ansteigenden Temperaturen danach hingegen, nahmen Mächtigkeit und Flächenausdehnung des Eises wieder ab.

Auch im Zusammenhang mit dem heute vorausgesagten Klimawandel kursieren Meldungen vom „Schmelzen der Eismassen der Erde“. Diese Aussage muss jedoch präzisiert werden. Denn zum einen sind für jene Regionen, in denen heute ausreichend Daten zur Verfügung stehen, durchaus unterschiedliche Eisentwicklungen zu beobachten. Zum anderen sind vielerorts weitere Messdaten erforderlich, um verlässliche Angaben zu vergangenen und zukünftigen Entwicklungen machen zu können.

Entwicklung der Eisbedeckung auf der Erdoberfläche

Gebirgsgletscher

Obwohl sich Gebirgsgletscher keineswegs weltweit einheitlich verhalten und daher Vorstöße und Rückzüge immer gleichzeitig stattfinden, ist für das Industriezeitalter ein Überwiegen des Rückzugs der meisten außerpolaren Gebirgsgletscher belegt. Dies wird häufig als Schlüsselindikator für den heutigen Klimawandel herangezogen. Für die alpinen Gletscher beträgt der Volumenverlust seit 1850 ungefähr 50%, der Flächenverlust circa 30-40% (Schönwiese 2004, S. 7). In den Aufnahmen des Rhonegletschers ist die Abnahme der Flächenausdehnung (rosa Linie) sowie der Eismächtigkeit (grüne Linie) deutlich zu erkennen (vergleiche Abbildung).

Meereseis

Beobachtungen zur Entwicklung der Meereseisbedeckung werden erst seit wenigen Jahrzehnten systematisch durchgeführt. Auffällig ist die Abnahme des arktischen Meereseises seit 1960 (Schönwiese 2004, S. 7). Hingegen ist in der Antarktis die eisbedeckte Meereseisfläche aufgrund des höheren Niederschlags leicht angewachsen (BMBF 2003, S. 49).

Inlandeis

Für die Eisdicke des grönländischen Inlandeises ist bislang eine Abnahme an den Rändern, aber eine Zunahme im Inland bestätigt worden (SZ vom 07.10.2005, S. 11). Hingegen sind Veränderungen in der Antarktis heutzutage noch weitgehend unbekannt.