Periglazialmorphologie

Taschenboden - eine Art kryoturbater Boden der typisch für periglazial geprägte Räume ist
Taschenboden - eine Art kryoturbater Boden der typisch für periglazial geprägte Räume ist
Bildquelle: Schott 2007

Die Periglazialmorphologie beschäftigt sich mit Reliefformen und Prozessen die unter dem Einfluss von Frost oder Frostwechseln  heute entstehen oder während vergangener Kaltzeiten entstanden sind.

Der Begriff Periglazial ["peri-" (gr.: "nahe, um etwas herum") + "glazial" (lat. glacies:"Eis") ist in seiner wörtlichen Bedeutung nicht ganz korrekt. Auch wenn die frostdynamischen Prozesse im Umfeld von Gletschern auftreten, ist die Existenz von Gletschern keine Bedingung für periglaziale Prozesse. In kaltklimatischen Gebieten, in denen beispielsweise die Niederschläge zu gering sind um Gletscherbildung zu ermöglichen, treten frostbedingte Prozesse genauso auf wie in Hochgebirgen. Insofern steht Periglazial als  "Sammelbegriff für die natürlichen Eigenschaften kaltklimatischer Gebiete, die unvergletschert sind, wo aber der Unterboden das ganze Jahr hindurch gefroren bleibt" (Ahnert 1996).

Periglazialräume definieren sich also nicht über die Nähe zum Gletscher sondern über die Prozesse, die in ihnen stattfinden (frostdynamische Prozesse, intensive Abspülung und intensive fluviale Prozesse) und stehen in engem Zusammenhang mit dem Auftreten von Permafrost.