Eiskeile

Stadien der Eiskeilbildung
Stadien der Eiskeilbildung
Bildquelle: Strahler und Strahler 1996, S. 352
Eiskeilpseudomorphose in Schleswig-Holstein
Eiskeilpseudomorphose in Schleswig-Holstein
Bildquelle: Schott 2007

Bevor sich ein Eiskeil bilden kann, müssen sich im Auftaubereich des Bodens Frostrisse gebildet haben. Frostrisse sind lineare Strukturen, die sich aufgrund von Volumenänderungen des in den Boden eingedrungenen Wassers beim Gefrieren oder durch Kontraktion eines Bodens bei starker Abkühlung gebildet haben. Somit können sie als Initialform angesehen werden, da ein Eiskeil nur entstehen kann, wenn sich Spalten im Boden befinden, in denen sich Wasser sammeln und gefrieren kann.

Bei Eiskeilen werden zwei Arten unterschieden:

Epigenetische Eiskeile: epigenetische Eiskeile sind jünger als ihre Umgebung, enstehen also nachdem sich eine stabile Geländeoberfläche ausgebildet hat. Epigenetische Eiskeile wachsen in den ehemaligen Frostrissen zu jeder Frostperiode in die Breite

Syngenetische Eiskeile: Syngenetische Eiskeile entstehen gleichzeitig mit der Aufhöhung der Geländeoberfläche durch Sedimentation. Dadurch wachsen sie mit ihrer Umgebung in die Höhe.

 

Eiskeilpseudomorphose

Eiskeilpseudomorphosen sind fossile Erscheinungen, die auf die ehemalige Wirkung von frostdynamischen Prozessen in einem Boden hindeuten. Sie sind nichts anderes als die mit Sedimenten gefüllten Hohlräume, die beim Austauen von Eiskeilen entstanden sind. Sie zeugen damit von ehemals periglazialen Bedingungen in der jeweiligen Region.

 

Segregationseis: Eis, das sich im Untergrund aufgrund der Verlagerung von Wasser zur Gefrierfront bildet (hygroskopischer Effekt von Eis). Segregationseis bildet oft Eislinsen, welche für den Prozess des Frosthubs oft entscheidend sind.

Spalteneis: im Gegensatz zu Segregationseis bildet sich Spalteneis durch von oben (z.B. durch Niederschläge oder Abfluss) in den Boden eindringendes Wasser, das in Spalten gefriert.