Kryoturbation

Kryoturbater Bode
Kryoturbater Bode
Bildquelle: Böse

Kryoturbation ["cryos" (gr.: "Frost") + "turbare" (lat.: "durchmischen")] steht als Sammelbegriff für alle Substratbewegungen im Auftaubereich eines Dauerfrostbodens (Mollisol), die durch den Frostwechsel hervorgerufen werden. Das Gefrieren und Wiederauftauen eines wassergesättigten Bodens ruft Volumenänderungen hervor, die ihrerseits Druckkräfte auf die Sedimente sowohl in vertikaler als auch horizontaler Richtung bewirken. Dadurch kommt es zu Substratbewegungen und zu einer langsamen Durchmischung des Bodens, die mit Zerstörung oder Verformung der ursprünglichen Schichtung einhergehen. Da durch die Einzelbewegungen auch großflächigere Sackungs- und Hebungsvorgänge stattfinden, wirkt sich die Kryoturbation nicht nur auf den Boden direkt aus, sondern führt auch zu frostdynamisch bedingten Formen an der Oberfläche.

Eine Form der Kryoturbation, der Frosthub, der für die Verlagerung grober Bestandteile im Boden an die Oberfläche verantwortlich ist, wird im nächsten Abschnitt erläutert.