Frosthub

Frosthub
Frosthub
Bildquelle: in Anlehnung an Beskow 1930

Der Prozess des Frosthubs beschreibt eine vertikal gerichtete Verlagerung von Material innerhalb eines Sediments. Dabei ist die Geschwindigkeit und Intensität maßgeblich von drei Faktoren abhängig:

  • Häufigkeit der Frostwechsel
  • Wasserkapazität des Substrates
  • Zusammensetzung des Bodens

Wenn sich im Boden Eis bildet ziehen die geformten Eislinsen aufgrund der hygroskopischen Wirkung (der Dampfdruck in der Umgebung von Eis ist geringer und die Luft ist demnach im Vergleich weniger feuchtegesättigt) weiteres Wasser an. Durch die Volumenausdehnung von Wasser beim Gefrieren entstehen Druckkräfte, die Sediment bewegen. Wenn es sich um inhomogene Gemische handelt findet eine Materialsortierung statt und das Grobmaterial kann nach oben befördert werden. Schmilzt das Bodeneis in den Auftauphasen des Permafrosts wird der frei gewordene Raum unter den Grobanteilen durch Feinsediment verfüllt, da dieses innerhalb des Bodens leichter beweglich ist. Wiederholt sich dieser Prozess über mehrere Frostwechselzyklen, tritt das Grobmaterial an die Oberfläche (vgl. nebenstehende Abbildung).

Für das Auffrieren müssen nicht zwangsläufig periglaziale Bedingungen herrschen - häufige (jährliche) Frostwechsel reichen aus um Steine und auch größere Objekte mit der Zeit aus dem Untergrund an die Oberfläche zu drücken. Aus diesem Grund werden in Regionen mit Bodenfrost beispielsweise Gräber bis unter die winterliche Gefrierfront ausgehoben.

Vollzieht sich der oben genannte Prozess nicht vertikal sondern horizontal, wird von Frostschub gesprochen.