Strandversetzung

Obwohl die Wellenfronten trotz des Brechens der Wellen in Ufernähe (Wellenrefraktkion) weitgehend parallel zur Küste verlaufen, treffen viele Wellen immer noch unter einem geringen Winkel auf. Brechen die Wellen, fließt der Schwall unter diesem Winkel schräg den Strandhang hinauf. Der Sog fließt jedoch meistens senkrecht zum Ufer wieder ab. Aus der Kombination dieser beiden Richtung resultiert eine bogenförmige Bewegungsbahn, auf der das Wasser eine kurze Strecke den Strand entlangfließt. Die Sandkörner, die im Uferbereich durch Schwall und Sog transportiert werden, bewegen sich mit jeder auf- und ablaufenden Welle ebenfalls längs der Küste um eine kleine Strecke seitwärts (vergleiche Abbildung). Dieser Vorgang wird als Strandversetzung bezeichnet. Manchmal ist hierfür auch der Begriff Küstenversetzung zu finden.Stadien dieser Küstenveränderung, die letztendlich zu einer begradigten Ausgleichsküste führt, sind die aufeinanderfolgende Bildung von Strandhaken, Nehrung, Haff und Strandsee.

Wellen, die unter einem gewissen Winkel auf eine Küstenlinie treffen, erzeugen zudem einen Küstenlängsstrom. Diese Strömung verläuft im Flachwasser parallel zur Küste. Der Materialtransport verläuft in die gleiche Richtung wie die Küstenversetzung. Küstenlängsströmungen bestimmen im Wesentlichen die Form von sedimentären Küstenformen, beispielsweise von Sandbänken.

Abbildung   Wellenform und Orbitalbewegung der Wasserteilchen beim Durchlaufen einer Welle; in Anlehung an Press & Siever 2003, S. 441 und Christpherson 1994, S. 484.
Die Vorwärtsbewegung der Wellenform ist durch die orangene Linie markiert.

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