Tideströmungen

Beziehung zwischen Tidenströmungen und der Gezeitenkurve im Inneren einer Bucht oder eines Ästuars: Der Ebbstrom fließt meerwärt, während die Tide fällt; der Flutstrom fließt landeinwärts, während die Tide steigt
Beziehung zwischen Tidenströmungen und der Gezeitenkurve im Inneren einer Bucht oder eines Ästuars: Der Ebbstrom fließt meerwärt, während die Tide fällt; der Flutstrom fließt landeinwärts, während die Tide steigt
Bildquelle: nach Strahler & Strahler 1999, S. 446.

Das Ansteigen und Fallen der Gezeiten ist mit horizontalem Wassertransport durch die sogenannten Tideströmungen verbunden (vergleiche Abbildung). Dabei heißt, Flut die Strömung in der Richtung, in der auch die Gezeitenwelle fortschreitet. Als Ebbe wird die Strömung in entgegengesetzter Richtung verstanden (Ahnert 1996, S. 364). Beachten Sie, dass diese beiden Begriffe nur die Strömungen, aber nicht den Wasserstand der Gezeiten bezeichnen. In der Regel besteht eine Beziehung zwischen der Höhe des Tidenhubes und der Stärke der Tidenströmung: Je größer der Tidenhub, desto mehr Wasser muss heran- beziehungweise wieder weggeführt werden und desto stärker ist die dabei entstehende Tidenströmung.

Zudem lässt sich eine zeitliche Beziehung zwischen Wasserstand und Strömung feststellen Diese unterscheidet sich je nach Ort der Betrachtung:

  • Auf hoher See und an offenen, geradlinigen ozeanischen Küsten erlangt die Flutströmung die höchste Geschwindigkeit beim Tidenhochwasser. Der Ebbestrom hingegen, erreicht die höchste Geschwindigkeit beim Tidenniedrigwasser. Beim Stillstand der Strömung auf halber Höhe zwischen Hoch- und Niedrigwasser kentert die Strömung. Dass heißt, die Fließrichtung kehrt sich um.
  • In Flussmündungen und langgestreckten Buchten verschiebt sich die zeitliche Beziehung zwischen Strömung und Wasserstand: Der Wasserstand steigt an, so lange die Strömung landeinwärts fließt (Flut). So lange die Strömung seewärts fließt (Ebbe), sinkt der Wasserstand. Die Strömung kentert somit hier bei Hoch- und Niedrigwasser (dies ist der auf der Abbildung dargestellte Fall). Die maximale Fließgeschwindigkeit des Flutstroms wird dabei bei Mittelwasser zwischen Niedrig- und Hochwasser erreicht. Etwa bei Mittelwasser zwischen Hoch- und Niedrigwasser ist hingegen die maximale Ebbegeschwindigkeit am größten.

Besondere von Gezeiten geprägte Bereiche sind Ästuare und Watten, die abschließend dargestellt sind.