Ästuare und Watten

Ästuare

Tidenströmungen können in mündungsnahen Strecken von großen Flüssen vorhanden sein. Der von der Gezeitenwirkung betroffene Abschnitt ist ein Ästuar. Hier mischen sich Fluss- und Seewasser. Letzteres kann dabei bis weit ins Land hinein den größeren Teil ausmachen. Die Durchmischung der beiden erzeugt das charakteristische Brackwasser. Der Abfluss des Flusses verstärkt den Ebbestrom. Gleichzeitig wirkt dieser dem Flutstrom entgegen, so dass der Ebbestrom eine höhere Geschwindigkeit erreicht als der Flutstrom. Da er auch mehr Wasser ins Meer hinaustransportieren muss, dauert er länger an als der Flutstrom. Dieser Prozess sorgt an Ästuaren für eine natürliche Spülung, die beispielsweise vom Menschen verursachte Schutzstoffe ins Meer transportiert.

Watten

Die von den Gezeiten erzeugten Ebb- und Flutströme besitzen mehrere Funktionen an einer Uferlinie. Hierzu gehören beispielsweise die Erosion an Durchlässen von Buchten oder aber der Transport von Schwebfracht. Das feinkörnige Material setzt sich dann am Boden der Buchten und Ästuare ab und sammelt sich in Schichten an. Allmählich füllen diese Ablagerungen der Gezeiten die Buchten aus und bilden Watten. Als Watt bezeichnet man die Flächen aus Schluff und Ton, die regelmäßig im Rhythmus der Gezeiten trockenfallen und wieder vom Meerwasser überflutet werden (nach Ahnert 1996, S. 368, Strahler & Strahler 1999, S. 447). Anschließend beginnt die Besiedlung der Wattflächen durch salztolerante Pflanzen. Diese fangen das Sediment ab und das Watt wird so mit der zeit bis an das Niveau des Tidenhochwassers aufgebaut – es wird zur Salzmarsch.