Küstenformen

Elemente und Zonen eines Küstengebietes
Elemente und Zonen eines Küstengebietes
Bildquelle: in Anlehnung an Strahler & Strahler 1999 und Valentin

Alle heutigen Küstenformen der Erde sind geologisch gesehen weltweit sehr jung. Sie entstanden erst innerhalb der letzten 6000 bis 7000 Jahre, nachdem der nacheiszeitliche Meeresspiegel etwa seine gegenwärtige Höhe erreicht hatte (Brunotte et al. 2002). Ausnahmen hiervon stellen zufällig erhaltene Küstenformen aus früheren interglazialen Meeresspiegelhochständen, welche mit der Zeit weitergeformt werden konnten. Dennoch entstanden gerade im Bereich des gegenwärtigen Wasserstandes markante Formen. Dies belegt die außerordentliche geomorphologische Prägekraft der dort ablaufenden litoralen Prozesse. Wellen, Küstenversetzung und Gezeitenströmungen in Wechselwirkung mit den Gesteinen und tektonischen Verhältnissen an der Küste führen zu einer Vielzahl an Küstenformen. Diese unterscheiden sich zunächst darin, ob sie als Flachküste oder Steilküste ausgebildet sind. Hiermit im Zusammenhang stehen, können Küsten sich darin unterscheiden, ob sie in Locker- oder Festgestein entstanden sind.

Die charakteristischen Formen im Küstenbereich zeigt nebenstehende Abbildung. Hierin sind die spezifischen Elemente und Zonen eines Küstengebietes dargestellt. Beachten Sie, dass das Küstengebiet sowohl Teile des Festlandes als auch des Meeres umfasst. Die Küste im engeren Sinne besteht aus Ufer und Schorre. Die Uferlinie ist als Linie mittleren Hochwassers, an Gezeitenküsten des mittleren Tidehochwassers definiert (nach Busch 1986, S. 58).