Flachküste

Elemente und Zonen einer Flachküste
Elemente und Zonen einer Flachküste
Bildquelle: in Anlehnung an Strahler & Strahler 1999 und Press & Siever 2003, S. 449

Eine Flachküste ist eine Küstenform, die im Wesentlichen aus Sand und Geröllen besteht (Press & Siever 2003, S, 448).

Flachküsten weisen einige charakteristische Elemente und Zonen auf (vergleiche Abbildung). Ein mehr oder weniger breiter Strand wird auf der meerwärtigen Seite von der Flachwasserzone begrenzt. Die landwärtige Grenze wird von der Zone der Windwirkung mit Dünenentwicklung gestellt. Diese Zonen stellen besondere Lebenszonen dar, wobei in jeder Zone die Pflanzen- und Tiergesellschaft an verschiedene Umweltbedingungen angepasst ist (Abbildungslink).

Im Smmer findet Sandakkumulation statt. Es bilden sich Strandwälle aus. Dahinter liegt oft ein höherer Winterstrandwall. Landeinwärts, im Bereich des trockenen Standes, liegen Dünen. Da die Wellenwirkung hier nicht mehr wirksam ist, erhält die Wirkung des Windes die Oberhand. Landeinwärts schließt sich der Wattbereich an. Die Gezeitenschorre ist der im Bereich der auf- und zurücklaufenden Brandungswellen liegende Teil der Strandböschung oder Schorre. Am Boden der Brecherzone ist die Unterwasserschorre ausgebildet. Diese stellt den Teil des abfallenden Meeresbodens dar, der unterhalb des Gezeiten-Niedrigwasserniveaus liegt. Hier versteilen sich die herankommenden Wellen versteilen, bevor sie sich im Bereich der Gezeitenschorre brechen. Am Boden dieser Zone befindet sich ein niedriger Unterwasserrücken, die sogenannte Barre. Eine Barre ist eine küstenparallele, lang gestreckte, wallartige Erhebung vor dem Strand. Meist ist diese aus Sanden aufgebaut (sublitorale Sandbank). Die Barre wandert im Laufe von einigen Tagen bis Wochen auf den Strand zu, ihr Material wird dem Strand einverleibt, und es kann vor dem Strand eine weitere Barre entstehen. Auch mehrere parallele Barren sind gleichzeitig möglich, jeweils getrennt durch parallele Rinnen Strandbaljen genannt. Meerwärts der Schorre grenzt der Schelf an.

Durch Netto-Ablagerung von Sedimenten auf der Schorre können Strände verbreitert werden. Der benötigte Sand kann hierfür entweder von einem anderen Teil der Küste herangebracht worden sein oder aber aus dem tieferen Wasser kommen. Fortgesetzte Ablagerung führt zur Ausbildung vieler paralleler Strandwälle. Strände können aber auch zurückerodiert und dadurch schmaler werden. An einem Sandstrand besteht normalerweise ein Gleichgewicht zwischen Anlieferung und Abtransport von Sand durch Sedimentation und Erosion.