Küstenklassifikation

Eine Vielfalt an Küstentypen finden wir entlang der Kontinengrenzen auf der Erde vor. Hier soll eine Küstenklassifikation vorgestellt werden, die bereits 1952 von Valentin aufgestellt worden ist. Diese berücksichtigt wichtige Kriterien:

  • kann lückenlos auf alle Küsten der Erde angewandt werden
  • identifiziert den Zustand der Küsten
  • identifiziert die geomorphologischen Prozesse der Formengestaltung der Küsten

Valentin`s Klassifikation ist hierarchisch aufgebaut. Ihr Ansatz beruht auf dem in der Abbildung dargestellten Schema. Demnach wirken zwei wesentliche Prozesssysteme auf die Küste ein:

  • Vertikalbewegungen des Meeresspiegels oder des Landes: dies führt zum Untertauchen beziehungsweise Auftauchen der Küste (untergetauchte Küsten, aufgetauchte Küsten)
  • Arbeit der Gezeiten, Wellen und Strömungen des Meeres: diese können entweder die Küste abtragen und dadurch zurückverlegen oder durch Ablagerung von Sedimenten ins Meer hinein vorbauen (zerstörte Küstenaufgebaute Küsten).

Untergetauchte und zerstörte Küsten bedeuten, dass die Küste in Richtung Landesinnere zurückweicht; demnach mit einem Landverlust verbunden sind. Daher werden diese beiden unter dem Oberbegriff zurückgewichene Küsten im Schema zusammengefasst. Bei aufgetauchten und aufgebauten Küsten hingegen, rückt das die Küste in Richtung Meer vor; sie sind demnach mit Landgewinn verbunden. Folglich werden diese beiden unter dem Oberbegriff vorgerückte Küsten zusammengfasst.

Abbildung   Schema der Küstenklassifikation nach Valentin; in Anlehnung an Ahnert 1996, S. 359

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